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Wilhelm Maybach (1846 bis 1929)
Wilhelm Maybach ist der Schöpfer des modernen Automobils. Der Mercedes 35 PS von 1901 enthält viele Konstruktionsmerkmale, die sich bis heute in aller Welt in Automobilen erhalten haben. Viele Konstruktionen, die den Fahrzeugbau nachhaltig geprägt haben wie das Zahnradwechsel-Getriebe (1889), der Spritzdüsenvergaser (1893), der Röhrchenkühler (1897) und in der Folge dann der Bienenwaben-Kühler (1900) sind seine Erfindungen, ebenso wie 1889 der erste V-Motor, 1896 der erste Lastwagen der Welt, 1897 der Viktoria-Wagen und 1898 der Phoenix-Rennwagen. Zwischen 1898 und 1899 entstehen fünf neue Vierzylinder-Motoren, die mit einer Leistung von 6, 10, 12, 16 und 23 PS (4,4, 7,4, 8,8, 12 und 17 kW) gebaut werden. Es folgen 1902 ein Schiffsmotor mit 300 PS (221 kW) System Maybach-Loutzky sowie im selben Jahr der Mercedes-Simplex und 1906 ein Sechszylinder-Rennwagen mit obenliegender Nockenwelle und Doppelkerzenzündung.
Maybach wird am 9. Februar 1846 in Heilbronn geboren. Im Reutlinger Bruderhaus geht er zur Schule und lernt dort 1865 Gottlieb Daimler kennen, der ihn zu den verschiedenen Wirkungsstätten seiner beruflichen Tätigkeit mitnimmt.
Die erste ist 1869 die Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe. Als Daimler 1872 im Rang eines Direktors zur Gasmotorenfabrik Deutz AG wechselt, folgt ihm Maybach nach. Dort steigt er vom einfachen Zeichner zum Chefkonstrukteur auf und sammelt erste Erfahrungen mit dem Ottomotor. Als Daimler 1882 die Deutzer Gasmotorenfabrik im Streit verlässt, folgt ihm Maybach. Cannstatt wird seine neue Heimat. Zusammen mit Daimler entwickelt er den schnell laufenden kleinen Verbrennungsmotor. 1887 zieht man in neue Fabrikationsräume auf dem Seelberg. Kurz nach der Gründung der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) im Jahr 1890 scheidet Maybach aus dem Unternehmen aus. Seine Entwicklungstätigkeit führt er in heimlicher Kooperation mit Daimler zwischen 1892 und 1895 fort, während dieser Zeit sind etwa zwölf Wagen entstanden. Daimler ist 1893 ebenfalls aus der DMG ausgeschieden. Durch den von Maybach im Hotel Hermann konstruierten Phoenix-Motor ist der Begriff „Daimler-Motor“ im Ausland in aller Munde. Eine Gruppe englischer Industrieller, angeführt von Frederick R. Simms, wünscht die Lizenzrechte dieses Motors für England zu erwerben. Eine der Bedingungen: die Rückkehr von Daimler und Maybach in die DMG. Maybach wird 1895 zum Technischen Direktor der Daimler-Motoren-Gesellschaft ernannt und übt die Funktion bis 1903 aus. Im Frühjahr 1907 verlässt er die DMG im Streit, schmiedet aber bereits Pläne für ein gemeinsames Projekt mit seinem Sohn Karl.
Als der zu einer Motorenreparatur am Boden ankernde Zeppelin LZ 4 1908 von Sturmböen zerstört wird und die ganze Nation Geld sammelt, um Graf Zeppelin den Bau eines neuen Luftschiffes zu ermöglichen, sieht Maybach seine Stunde gekommen. Er präsentiert Zeppelin seinen Sohn Karl als zukünftigen Konstrukteur. Am 23. März 1909 kommt es zur Gründung der Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH Bissingen als Tochterunternehmen der Luftschiffbau Zeppelin. 1912 übersiedelt die Gesellschaft nach Friedrichshafen.
Wilhelm Maybach ist – anders als Gottlieb Daimler – ein versöhnlicher, an Ehrungen reicher Lebensabend vergönnt. Der König von Württemberg ernennt ihn zum königlich-württembergischen Oberbaurat, ein Jahr später verleiht im die Technische Hochschule Stuttgart den Ehrendoktortitel. Der König von Preußen zeichnet ihn mit dem „Roten Adlerorden 4. Klasse“ aus, und der Verein Deutscher Ingenieure verleiht ihm die höchste Auszeichnung, die er zu vergeben hatte: die Grashof-Denkmünze. Bevor er am 29. Dezember 1929 stirbt, kann er noch die Präsentation des Luxusautos Maybach DS mit Zwölfzylindermotor – eine Konstruktion seines Sohnes Karl – miterleben. Posthum wird er 1996 in die Automotive Hall of Fame, Dearborn, und 2004 in die European Automotive Hall of Fame, Genf, aufgenommen.
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