Carl Benz (1844 bis 1929)
Carl Benz gilt als Erfinder des Automobils und als einer der Gründungsväter der heutigen Daimler AG, der ältesten Automobilfabrik der Welt. Viele Erfindungen von Benz haben dem Automobil in den Anfangsjahren erst den Weg geebnet. Die Achsschenkel-Lenkung, die elektrische Summerzündung und der Oberflächenvergaser – all das sind bahnbrechende Erfindungen, ohne die das Automobil das Laufen nicht gelernt hätte. Benz hat als Erfinder und Unternehmensgründer unternehmerischen Weitblick genug, um das Automobil in Serie herzustellen. Sein Unternehmen Benz & Cie. in Mannheim ist 1900 der größte Automobilhersteller der Welt.
Am 25. November 1844 wird Carl Benz als Sohn eines Lokomotivführers in Karlsruhe geboren. Er besucht das Gymnasium und studiert im Anschluss daran an der Polytechnischen Hochschule in Karlsruhe bei Ferdinand Redtenbacher. Dem Studium folgt ein zweijähriges Praktikum bei der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe. Dabei lernt Benz alle Abteilungen gründlich kennen.
Seine erste Anstellung erhält er in Mannheim bei einer Waagenfabrik als Zeichner und Konstrukteur. 1868 geht er zur Firma Gebrüder Benckiser - Eisenwerke und Maschinenfabrik, die sich vor allem im Brücken- und Dampfmaschinenbau engagiert.
Sein Interesse an Fahrzeugen wird – wie bei vielen Zeitgenossen – vom Fahrrad geweckt. Seinem Engagement bei Benckiser folgt ein kurzes Intermezzo in Wien, wiederum bei einer Eisenkonstruktionsfirma. 1871 gründet der technisch interessierte Benz mit dem „Mechanikus“ Ritter seine erste Firma in Mannheim, der jedoch kein Erfolg beschieden ist. Er heiratet 1872 Bertha Ringer, die in der Folge entscheidend am Lebenswerk ihres Mannes beteiligt ist. Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor.
In diesen Jahren beschäftigt sich Carl Benz intensiv mit dem Verbrennungsmotor, um dadurch eine neue Existenzgrundlage zu finden. Nach zweijähriger Entwicklungszeit läuft sein erster Motor in der Silvesternacht 1879 zum ersten Mal. Für die Vervollkommnung des Motors erhält Benz zahlreiche Patente. Mit neuen Teilhabern gründet er 1883 die Firma Benz & Co., Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim. Finanziell gesichert, beginnt er mit der Konstruktion eines vollständigen Fahrzeugs. 1886 erhält er darauf das Patent Nr. 37 435 und stellt seinen „Patent-Motorwagen“ der Öffentlichkeit vor.
In den Jahren 1885/86 entwickelt er insgesamt drei verschiedene Versionen, wobei von den ersten beiden nur jeweils ein Exemplar gebaut wird. Auf einem Exemplar der dritten Version unternimmt Bertha Benz – ohne Wissen des Gatten – mit den Söhnen Richard und Eugen im Sommer des Jahres 1888 die legendäre Fahrt von Mannheim nach Pforzheim, die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte.
1894 erscheint bei Benz der erste Vierradwagen mit moderner Achsschenkellenkung, das Modell Victoria, zu dem sich das Modell Vis-à-Vis gesellt. Beide Fahrzeuge werden bei ständiger Verbesserung und modifizierter Motorisierung bis 1900 gebaut. Ebenfalls bei Benz & Cie. wird zwischen 1894 und 1900 das Modell Velo gefertigt, das bei rund 1200 Stück in dieser Bauzeit als erster preisgünstiger Serienwagen der Welt bezeichnet werden kann.
1903 beendet Carl Benz seine aktive Tätigkeit in der Firma, tritt jedoch in den Aufsichtsrat ein. In jenem Jahr werden bereits 3480 Benz Motorwagen verkauft. 1906 gründet er die Firma Carl Benz Söhne in Ladenburg, die bis 1923 ebenfalls Motorfahrzeuge herstellt. Inhaber sind Carl Benz und sein Sohn Eugen. Insgesamt werden 350 Fahrzeuge des Fabrikats „Carl Benz Söhne“ hergestellt.
Die Familie hat inzwischen auch ihren Wohnsitz nach Ladenburg verlegt. Im Gegensatz zu Gottlieb Daimler kann Carl Benz den Aufschwung der Motorisierung und den endgültigen Durchbruch seiner Idee noch miterleben. Er stirbt am 4. April 1929 in seinem Haus in Ladenburg. Posthum wird er 1984 in die Automotive Hall of Fame, Dearborn, und 2001 in die European Automotive Hall of Fame, Genf, aufgenommen.
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