Begegnungen – die Frauen des Sterns
Stuttgart
30.11.2011
Mechatronik-Auszubildende Alexandra Lück
Augenaufschlag. Ganz schön clever.
Sie war auf einer Mädchenschule und wollte nie einen Beruf lernen, der mit Physik zu tun hat. Jetzt arbeitet Alexandra Lück fast nur unter Männern, schneidet Gewinde, zeichnet elektrische Schaltpläne und bringt Robotern das „Laufen“ bei. Die 18-Jährige macht bei der Daimler AG eine Ausbildung zur Mechatronikerin. Ihr tägliches Brot sind unter anderem Physik und Mathematik. Und sie ist absolut begeistert.
„Ich würde mich immer wieder für diesen Beruf entscheiden“, sagt Alexandra Lück, die gerade das dritte Ausbildungsjahr absolviert. „Das Faszinierende am Beruf der Mechatronikerin ist die Kombination der zwei Berufe Mechanikerin und Elektrotechnikerin und damit die Vielfalt der Themen. Ich kann fast jeden Tag etwas anderes machen und das macht es so spannend.“
Obwohl sie nur eine von fünf Frauen unter 60 Mechatroniker-Auszubildenden im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen ist, fühlt sie sich nicht als Exotin. Im Gegenteil. „Ich finde es toll, etwas zu machen, was für Mädchen nicht so typisch ist“, so die Absolventin einer Mädchen-Realschule. Die Umstellung nach der Schule war natürlich ziemlich groß. „Wenn man viele Jahre nur unter Mädchen verbracht hat, ist es sehr ungewohnt, plötzlich fast nur unter Jungs zu sein. Und die Herausforderung, sich durchzusetzen, ist viel größer“, erzählt die gebürtige Bremerin. „Aber wenn man einmal als gleichberechtigte Kollegin akzeptiert ist, dann ist das tägliche Miteinander mit Jungs manchmal sogar einfacher als mit Mädchen. Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, es gibt weniger Missverständnisse.“
Lieber im Blaumann als am Schreibtisch
Auf der Suche nach dem richtigen Beruf hat Alexandra Lück während der Schulzeit verschiedene Praktika gemacht. Wie ihre Freundinnen probierte sie zuerst typische Frauenberufe aus. „Ich war in einem Kindergarten und habe nach einer Woche gewusst, Erzieherin ist nichts für mich“, sagt die selbstbewusste junge Frau. Dann machte sie ein Praktikum in einer Bank. „Aber den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen, war mir zu langweilig.“
Die begeisterte Bogenschützin und Skaterin merkte, dass sie lieber etwas Handwerkliches machen wollte, und nahm ein Angebot der Daimler AG wahr. Der Automobilkonzern bot im Sommer 2008 die Möglichkeit, zweitägige Schnupperpraktika zu machen. Alexandra Lück entschied sich gleich für zwei Praktika – eins als Modellbaumechanikerin und eins als Mechatronikerin. Bei Letzterem blühte sie auf und wusste nach vier Tagen: „Das ist es, genau das will ich machen“, und bewarb sich sofort um einen Ausbildungsplatz.
Physik – so spannend wie ein Krimi
Ahnung von Autos hat sie nicht. Braucht sie für ihren Beruf auch nicht. Denn ihr Arbeitsgebiet sind Produktionsanlagen, wie Montagebänder, Hebebühnen und Industrieroboter. So lernt sie unter anderem, Gewinde für hydraulische Anlagen zu schneiden, Löcher in 1,2 Tonnen schwere Stahlplatten zur Befestigung von Robotern zu bohren, Roboter zu programmieren und elektrische Schaltpläne für Steuerungs- und Regelungsanlagen zu zeichnen. „Das ist alles hochinteressant und macht sehr viel Spaß“, schwärmt Alexandra Lück. „Ich hätte nie gedacht, dass Mathe und Physik so spannend sein können. Es geht darum, mechanische, elektrische und elektronische Komponenten zu bauen und sie zu komplexen Systemen zu montieren.“ Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung.
So manches Werkzeug, das Mechatroniker brauchen, kann ein Mitarbeiter allein gar nicht bewegen. Zum Beispiel wiegen die Schraubstöcke an der Fräsmaschine 25 Kilogramm. „Da müssen wir dann gemeinsam anpacken, schließlich sind wir ein Team“, sagt die schlanke, 1,82 Meter große Blondine lächelnd. Und wenn die Schrauben mal zu fest angezogen sind, dann muss sie eben mit dem Hammer ran. Seit sie ihre Ausbildung macht, gesteht Alexandra Lück, sei sie selbstbewusster, durchsetzungsstärker und konfliktfähiger geworden.
Ihre Begeisterung für Technik liegt in der Familie. Auch ihr älterer Bruder hat Mechatroniker gelernt, allerdings in einem anderen Unternehmen. Und ihre Zwillingsschwester hat, ebenfalls bei Daimler, eine Ausbildung zur Fahrzeuginnenausstatterin gemacht. Abseits des Berufs ist Alexandra Lück eine typische 18-Jährige, die gerne mit Freundinnen shoppen geht, Liebesromane und Krimis liest und das erste eigene Auto genießt.
Die erste Liebe – der smart fortwo
Bereits mit 17 Jahren hatte sie den Führerschein gemacht und dann sehnsüchtig auf ihren 18. Geburtstag gewartet, um endlich ihr Traumauto fahren zu können – einen smart fortwo. „Ich liebe den smart, seine Form, seine Ausstrahlung und dieses einzigartige Fahrgefühl“, schwärmt Lück. Wenn sie von dem kleinen Stadtflitzer spricht, beginnen ihre Augen zu leuchten.
Im August 2011 war es so weit. Sie bekam ihren eigenen smart fortwo – mit Sitzheizung. „Die muss sein“, lacht die angehende Mechatronikerin. Seither macht es ihr noch weniger aus, schon um fünf Uhr morgens aufzustehen und zur Arbeit zu fahren. Und vielleicht erfüllt sich irgendwann auch ein weiterer Traum: Als Mechatronikerin in einem Mercedes-Benz Werk in den USA zu arbeiten.
Mädchen für Technik begeistern
Alexandra Lück gehört zu den rund elf Prozent Frauen, die in den deutschen Produktionsstätten der Daimler AG eine technische Berufsausbildung machen. Zur Auswahl stehen den jungen Frauen mehr als 20 verschiedene gewerblich-technische Berufe, wie Mechatronikerin, Kraftfahrzeugmechatronikerin oder technische Modellbauerin.
Um Mädchen für technische Berufe zu begeistern, engagiert sich Daimler auf vielfältige Weise. Beim jährlich stattfindenden Aktionstag „Girls’ Day“ öffnen die Produktionsstandorte in Deutschland für einen Tag ihre Werkstore. Pro Jahr nehmen rund 600 Mädchen teil, um die verschiedenen Berufsbilder kennenzulernen und ihr technisches Geschick unter Beweis zu stellen. Interessierten Mädchen bieten einige Daimler-Standorte anschließend ein einwöchiges Praktikum an, die sogenannte „Girls’ Week“.
Darüber hinaus kooperiert Daimler intensiv mit Schulen, speziell auch mit Mädchenschulen. Im Herbst 2010 startete der Automobilbauer die bundesweite Bildungsinitiative „Genius – die junge WissensCommunity von Daimler“. In Kooperation mit dem Kultusministerium von Baden-Württemberg und dem Schulbuchverlag Klett haben Daimler-Ingenieure Unterrichtsmaterialien
zum Thema „Mobilität der Zukunft“ entwickelt. Die Ingenieure gehen auch in die Schulen und erzählen aus ihrem Arbeitsalltag. Eine eigene Website unter www.genius-community.com bietet zudem interaktive Anwendungsmöglichkeiten rund um die Themen Naturwissenschaft und Technik sowie Informationsmaterial für Eltern und Lehrer.
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