Die Renn-„Heckflosse“ von Mercedes-Benz Classic für die Saison 2012
Stuttgart
09.05.2012
  • Für den historischen Motorsport aufgebaut nach Vorbildern aus den 1960er-Jahren
  • Das Engagement erinnert an die Langstreckenrennen-Erfolge und an den Kundenrennsport von Mercedes-Benz der damaligen Zeit
Stuttgart – In den späten 1950er- und den frühen 1960er-Jahren ist Mercedes-Benz erfolgreich bei internationalen Langstreckenrennen und Rallyes. Geprägt ist diese Epoche Anfang der 1960er-Jahre vor allem von den „Heckflosse“-Limousinen der Typen 220 SE und 300 SE mit Sechszylindermotoren.
In Erinnerung an die damaligen Motorsporterfolge und als Ausdruck der Traditionspflege, um auf die außergewöhnliche Rennsportgeschichte der Marke zu verweisen und zudem den historischen Motorsport für die aktive Teilnahme privater Fahrer noch attraktiver zu gestalten, baut Mercedes-Benz Classic im Jahr 2011 eine „Heckflossen“-Limousine vom Typ 220 SE (Baureihe W 111) für den historischen Motorsport auf.
Der Wagen entspricht den Regelungen von Anhang K des internationalen Sportgesetzes der FIA (Féderation Internationale de l’Automobile). Eingesetzt wird das Fahrzeug insbesondere beim Dunlop FHR-Langstreckencup der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport e. V. (FHR) – der weltweit größten historischen Langstrecken-Rennserie nach Anhang K.
Typisch ist in den 1960er-Jahren die große technische Nähe von Wettbewerbsfahrzeugen und Serienmodellen. Zu den üblichen Modifikationen gehören die Versteifung von Fahrwerkelementen und Karosserieteilen, eine Vergrößerung des Treibstofftanks und die Anpassung der Motorcharakteristik auf den jeweiligen Einsatzzweck.
Der Maßgabe, ein leistungsstarkes Wettbewerbsfahrzeug nahe an der Serientechnik zu konzipieren, ist Mercedes-Benz Classic auch beim Aufbau des 220 SE gefolgt. Im Detail haben die Spezialisten des Classic Centers unter anderem folgende Veränderungen am Serienfahrzeug ausgeführt: Der Innenraum hat nun einen Sicherheitskäfig mit Sicherheitsschnellverschluss für Seitenaufprallbefestigungen wie Türkreuze und Flankenschutz (Fix Opening and Closure Security System, kurz FO-CS).
Außerdem hat die Heckflosse eine Feuerlöschanlage und einen 100 Liter großen FT3-Sicherheitstank erhalten. Künftig ist der Wagen auf Felgen des Formats 5½ x 15 mit Rennreifen 6,00 x 15 unterwegs. Und natürlich hat der W 111 auch die klassische hellgraue Lackierung im Farbton DB 140 erhalten, der die Einsatzfahrzeuge der Jahre 1961 bis 1964 geziert hat.
Fahrzeugdaten Mercedes-Benz 220 SE (W 111)
Motor: Sechszylinder (Reihe)
Bohrung x Hub: 80 x 72,8 Millimeter
Hubraum: 2.195 Kubikzentimeter
Leistung: 120 PS (88 kW) bei 4.800/min
Max. Drehmoment: 19,3 mkg (189 Newtonmeter) bei 3.900/min
Vorderachse: Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Drehstabstabilisator, Teleskopstoßdämpfer
Kraftübertragung: über Kardanwelle auf die Hinterachse
Hinterachse: Eingelenk-Pendelachse mit Ausgleichfeder, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer
Bremsanlage: hydraulisch betätigte Bremsanlage mit Bremskraftverstärker
Bremsen vorne: Scheibenbremsen, Durchmesser 253 Millimeter
Bremsen hinten: Duplex-Trommelbremsen mit turbogekühlten Alfintrommeln, Durchmesser 230 Millimeter
Getriebe: 4-Gang-Mittelschaltgetriebe
Kupplung: Einscheiben-Trockenkupplung
Höchstgeschwindigkeit: ca. 170 km/h
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