Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Revival 2011
Stuttgart
09.09.2011
  • Mercedes-Benz Classic feiert 100 Jahre Juan Manuel Fangio beim Goodwood Revival (16. bis 18. September 2011)
  • Reminiszenz an den glanzvollen Rennsport Mitte des 20. Jahrhunderts
  • Die Silberpfeile der 1950er-Jahre als Prunkstücke in der „Zeitkapsel eines Goldenen Grand-Prix-Zeitalters“
Stuttgart – Die Silberpfeile von Mercedes-Benz haben das Goldene Zeitalter des klassischen Grand-Prix-Sports in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum eine andere Marke. Und Juan Manuel Fangio war nach dem Zweiten Weltkrieg jener Fahrer der Rennabteilung, der diese Stärke besonders verkörperte. An den 100. Geburtstag des Rennfahrers, der in diesem Jahr stattgefunden hätte, erinnert im September das Goodwood Revival 2011 bei Chichester in West Sussex.
Das berühmte britische Festival lässt jährlich im Herbst für drei Tage (16. bis 18. September 2011) den Rennsport einer Epoche wiederauferstehen, die von den 1940er- bis in die 1960er-Jahre reichte. Mercedes-Benz Classic feiert in diesem exklusiven und stimmungsvollen Rahmen Juan Manuel Fangio (24. Juni 1911 bis 17. Juli 1995), der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.
Zu den Höhepunkten des Revivals wird dabei der Start berühmter Rennfahrer bei Demonstrationsläufen auf jenen Mercedes-Benz Fahrzeugen gehören, mit denen Fangio in den Saisons 1954 und 1955 Motorsportgeschichte geschrieben hat: In beiden Jahren wurde der Argentinier Weltmeister der Formel 1 und errang außerdem wichtige Erfolge in Sportwagenrennen.
Mercedes-Benz Classic hat für die Veranstaltung ein illustres Feld an Fahrern und Fahrzeugen zusammengestellt. Auf dem klassischen Kurs, wo von 1948 bis 1966 Rennen gefahren wurden, wird beispielsweise Juan Manuel Fangio II. starten, der Neffe des legendären Weltmeisters, und zwar auf einem Formel-1-Rennwagen Mercedes-Benz W 196 R aus dem Jahr 1954 in der Ausführung mit Stromlinienkarosserie.
Sir Stirling Moss und Hans Herrmann, in der Nachkriegs-Epoche der Silberpfeile die Teamkollegen Fangios, erinnern ebenfalls an den fünfmaligen Formel-1-Weltmeister, davon zweimal auf Mercedes-Benz: Stirling Moss fährt zum Revival einen Rennsportwagen Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S) von 1955. Juan Manuel Fangio gewann mit exakt diesem Fahrzeug 1955 das Eifelrennen und den Großen Preis von Schweden, außerdem errang er zweite Plätze bei der Mille Miglia (ohne Kopilot), bei der Tourist Trophy und der Targa Florio (jeweils mit Karl Kling). Stirling Moss gewann ebenfalls mit einem W 196 S im Jahr 1955 zusammen mit Beifahrer Denis Jenkinson die Mille Miglia – in einer Bestzeit, die bis heute unübertroffen ist.
Hans Herrmann pilotiert einen Mercedes-Benz W 196 R mit frei stehenden Rädern aus dem Jahr 1954. Auf beiden Versionen des W 196 R gewann Fangio 1954 und 1955 insgesamt neun Rennen (davon den Großen Preis von Buenos Aires mit 3-Liter-Motor), holte zwei zweite Plätze sowie einen dritten Platz und ebnete damit den Weg für den Gewinn der Weltmeisterschaft in beiden Jahren.
Das Goodwood Revival ist der ideale Rahmen für Mercedes-Benz Classic, um an den charismatischen Piloten Fangio zu erinnern. Seit 1998 richtet Charles Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara, das Rennen aus – als „Zeitkapsel des Goldenen Rennsport-Zeitalters“ („A time capsule of the golden era of motor racing“). Die britische Rennfahrer-Legende Sir Stirling Moss sagt über die Veranstaltung: „Das Revival ist ein Ereignis, das einzigartig ist in der Welt.“ („The Revival is an event, which is unique in the world.“)
Im Mittelpunkt des Revivals stehen natürlich die Rennen: Dazu gehören beispielsweise die „Celebrity Races“ mit berühmten Rennfahrern aus den verschiedenen Sparten des Motorsports auf vier und zwei Rädern. Zu dieser Kategorie gehören die St. Mary’s Trophy, die Royal Automobile Club TT Celebration sowie die Barry Sheene Memorial Trophy. Zu den Sportwagenrennen im Rahmen des Revivals gehören die Whitsun Trophy, die Fordwater Trophy, der Madgwick Cup, die Freddie March Memorial Trophy und die Sussex Trophy. Klassische Monopostos treten in der Goodwood Trophy, der Earl of March Trophy, dem Chichester Cup, der Richmond Trophy und der Glover Trophy an.
Außerdem stellt ein großes, buntes Rahmenprogramm die Epoche der 1940er- bis 1960er-Jahre heraus. Dazu gehören Oldtimer-Auktionen und Ausstellungen klassischer Automobile ebenso wie eine Flugshow, ein Supermarkt mit Produkten längst vergangener Jahrzehnte und ein historischer Jahrmarkt. Dazu passend kleiden sich die Teilnehmer und auch die meisten Besucher des Revivals im Stil der Epoche und tragen so zum außergewöhnlichen Flair dieses Wochenendes bei.
Goodwood Revival 2011: Fahrerporträts
Juan Manuel Fangio
geboren: 24. Juni 1911
gestorben: 17. Juli 1995
Juan Manuel Fangio war der wichtigste Rennsport-Pilot von Mercedes-Benz in den Jahren 1954 und 1955. Der 1911 in Balcarce geborene Argentinier sammelte erste Erfahrungen bei Langstreckenrennen in seiner Heimat und saß erstmals 1951 am Steuer eines Grand-Prix-Rennwagens von Mercedes-Benz. Aber er war nicht nur in der Formel 1 erfolgreich (Weltmeister 1951 sowie 1954 bis 1957 in Folge), sondern er trug auch dazu bei, dass Mercedes-Benz im Jahr 1955 die Sportwagen-Weltmeisterschaft gewann: Auf Mercedes-Benz 300 SLR kam Fangio 1955 bei der Mille Miglia hinter seinem Teamkollegen Stirling Moss auf Platz 2 ins Ziel. Außergewöhnlich dabei war, dass Fangio die 1000 Meilen (1.609 km) ohne Kopilot fuhr. Fangio wurde nach dem Ende seiner Rennkarriere Präsident von Mercedes-Benz Argentina S.A.; er starb 1995 in Buenos Aires.
Juan Manuel Fangio II.
geboren: 19. September 1956
Juan Manuel Fangio II. trägt einen großen Namen: Er ist der Neffe des fünffachen Formel-1-Weltmeisters Juan Manuel Fangio, der 2011 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, und erbte dessen Motorsport-Begeisterung. Fangio II. wuchs auf in engem Kontakt zu mehreren weltberühmten Motorsport-Legenden. Im Gegensatz zu seinem Onkel fuhr Fangio II. in seiner Zeit als aktiver Rennfahrer vor allem in Nordamerika. Zu seinen Erfolgen zählen unter anderem der zweifache Sieg bei den 12 Stunden von Sebring und der Gewinn der IMSA GT-Meisterschaft in den Jahren 1992 und 1993. In dieser Serie stellte er auch den Rekord von 19 Einzelsiegen auf und gewann zwei Markentitel. Außerdem startete Fangio in der Formel 3000, der CART-Meisterschaft und der American Le Mans Serie. Juan Manuel Fangio II., der seine 1985 begonnene Karriere als Profi-Rennfahrer im Jahr 1997 beendete, lebt in Balcarce (Argentinien) dem Geburtsort seines Onkels. Im Jahr 2011 nahm er für Mercedes-Benz Classic zusammen mit Mika Häkkinen an der Mille Miglia teil, in einem Typ 300 SLR (W 196 S) – jenem Fahrzeug, mit dem sein Onkel 1955 bei diesem Straßenrennen Zweiter wurde.
Hans Herrmann
geboren: 23. Februar 1928 in Stuttgart
Nach seinem Debüt im Motorsport holt Mercedes-Benz Rennleiter Alfred Neubauer den 25 Jahre Hans Herrmann zur Saison 1954 ins Werksteam der Daimler-Benz AG. Beim Großen Preis der Schweiz erreicht Herrmann am 22. August 1954 den dritten Platz. Das Avus-Rennen am 19. September 1954 beenden die Mercedes-Benz Fahrer auf ihren drei Stromlinien-W 196 R mit einem Dreifach-Sieg in der Reihenfolge Karl Kling, Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann. In der Rennsaison 1955 bestreitet Herrmann insgesamt acht Sportwagenrennen und zehn Läufe in der Formel 1. Beim Grand Prix von Monaco springt er für Kling ein und wird bei einem Unfall schwer verletzt. Trotz vollständiger Genesung kommt es für ihn nicht mehr zu einem Einsatz für Mercedes-Benz, da sich das Unternehmen im Oktober 1955 aus dem Motorsport zurückzieht. Damit ist Herrmanns Engagement für Mercedes-Benz beendet. Er fährt in den folgenden Jahren wieder Renn- und Sportwagen-Wettbewerbe. Nach Einsätzen in der Formel 2 und Formel 1 beendet er 1970 seine Laufbahn mit einem Sieg auf Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans. Bis zum heutigen Tag ist Herrmann für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start.
Sir Stirling Moss
geboren: 17. September 1929 in London/England
Sir Stirling Moss wird von Rennfahrerkollegen gern als Ausnahmetalent bezeichnet. Dabei scheint ihm der Rennsport in die Wiege gelegt zu sein, denn Autos begleiten ihn über seine motorsportbegeisterten und auch selbst aktiven Eltern von frühen Kindertagen an. Mit 19 Jahren gewinnt er sein erstes Rennen, wenige Jahre später fährt er bereits in der Formel 1, kommt 1955 in das Mercedes-Benz Team und fährt alle wichtigen Veranstaltungen. Er siegt im Mai 1955 bei der Mille Miglia auf einem Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S) in einzigartiger Rekordzeit von 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden, die nicht mehr unterboten werden wird. Auch die Targa Florio gewinnt er im 300 SLR. Im Juli gewinnt er den Grand Prix von England in Aintree/England knapp vor Juan Manuel Fangio. Es ist sein erster Formel-1-Sieg, und es wird sein einziger auf einem Silberpfeil bleiben, denn zum Saisonende zieht Mercedes-Benz sich aus dem Motorsport zurück. Seine Erfolgsserie reißt auch in den Folgejahren nicht ab, wobei er den Weltmeistertitel mehrere Male um Haaresbreite verpasst. Ein schwerer Unfall zwingt ihn 1962 zum Rückzug aus dem Rennsport. Mit Mercedes-Benz jedoch ist er bis heute verbunden, denn immer wieder tritt er für die Marke bei Classic-Veranstaltungen auf. Der Name von Stirling Moss steht gleichzeitig für einen Umschwung der Rennbranche hin zu mehr Professionalität: Er war, bereits Anfang der 1950er-Jahre, der erste Fahrer mit einem eigenen Manager.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Revival 2011
Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S), 1955
Mit dem 300 SLR gewinnt Mercedes-Benz 1955 die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Dieser Sportwagen ist im Prinzip ein mit zweisitziger Rennwagen-Karosserie versehener Formel-1-Rennwagen W 196 – jedoch mit einem Dreiliter-Reihenachtzylinder aus Leichtmetall anstelle des 2,5-Liter-Formel-1-Motors mit Stahlzylindern. Mit 300 PS (221 kW) ist der 300 SLR seinen Konkurrenten 1955 überlegen, was er durch Doppelsiege bei der Mille Miglia, beim Eifelrennen, beim Großen Preis von Schweden und bei der Targa Florio dokumentiert. Bei der Mille Miglia gewinnt Stirling Moss mit Beifahrer Denis Jenkinson mit der bis heute unübertroffenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,65 km/h; hilfreich bei diesem Sieg ist das „Gebetbuch“, ein damals neuartiger Streckenaufschrieb, mit dem Jenkinson den Piloten Moss dirigiert. Juan Manuel Fangio kommt als Solofahrer auf Rang zwei. In Schweden und bei den 24 Stunden von Le Mans überraschen die 300 SLR mit der sogenannten Luftbremse – einer 0,7 Quadratmeter großen Fläche über der Hinterachse, die vom Fahrer beim Bremsen aufgeklappt werden kann, um die Bremswirkung zu verstärken. In Le Mans nimmt Mercedes-Benz die in Führung liegenden 300 SLR nach dem unverschuldeten Unfall des Belgiers Pierre Levegh aus dem Rennen.
Mercedes-Benz W 196 R, 1954/1955
Der für die Sai­son 1954 kon­s­t­ru­ierte Formel-1-Renn­wa­gen Mer­ce­des-Benz W 196 R erfüllt alle Bedin­gun­gen der neuen Grand-Prix-For­mel der CSI (Commission Spor­tive Inter­na­ti­o­na­le): Hub­raum 750 Kubikzen­ti­me­ter mit oder 2500 Kubik­zen­ti­me­ter ohne Kom­pres­sor, belie­bige Zusam­men­set­zung des Treib­stoffs, Renn­dis­tanz 300 Kilome­ter, min­des­tens jedoch drei Stun­den. Zuerst fer­tiggestellt wird die Strom­li­nien-Ver­si­on, weil das Auf­takt­ren­nen in Reims sehr hohe Geschwin­dig­kei­ten zulässt. Danach gibt es noch eine Vari­ante mit frei­ ste­hen­den Rädern. Für die zweite Sai­son 1955 steht die­ser klas­si­sche Grand-Prix-Wa­gen dann auch mit kür­ze­ren Rad­stän­den zur Ver­fü­gung: Neben dem 2350 Mil­li­me­ter lan­gen Wagen aus dem Jahr 1954 gibt es Boli­den mit 2150 Mil­li­me­ter und 2210 Millime­ter Rad­stand. Die kür­zeste Vari­ante eig­net sich treff­lich für den ver­win­kel­ten Stadt­kurs von Monaco. Der Git­ter­rohr­rah­men ist leicht und sta­bil, das Fahr­werk mit Dreh­stab-Auf­hän­gung und einer neuen Ein­ge­lenk-Pen­del­achse hin­ten sowie rie­si­gen turbogekühl­ten, zunächst innen mit­tig unter­ge­brach­ten Dup­lex-Trom­mel­brem­sen unkon­ven­ti­o­nell gut. Als Antrieb wird ein Reihen­acht­zylin­der­mo­tor (2496 Kubik­zen­ti­me­ter Hub­raum) mit direk­ter Ein­sprit­zung und desmodromisch (zwangs­wei­se, ohne Ven­til­fe­dern) gesteu­er­ten Ven­ti­len (1954: 256 PS/188 kW bei 8260/min, 1955: 290 PS/213 kW bei 8500/min) ein­ge­setzt. Das Aggre­gat ist im Win­kel von 53 Grad nach rechts geneigt in das Rah­men­fach­werk ein­ge­baut, um den Schwer­punkt abzu­sen­ken und die Stirn­flä­che zu ver­klei­nern. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit liegt bei mehr als 300 km/h.
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