Mercedes-Benz beim „London to Brighton Veteran Car Run“ 2011
Stuttgart
06.09.2011
  • Zwei Mercedes-Simplex gehen auf die rund 96 Kilometer lange Strecke
  • Zugelassen sind ausschließlich Fahrzeuge, die spätestens 1904 gebaut wurden
  • Rund 500.000 Zuschauer werden entlang der Strecke erwartet
Stuttgart – Der alljährliche internationale Klassik-Kalender endet erst im November – mit dem „London to Brighton Veteran Car Run“ (LBVCR) in England. Im Jubiläumsjahr „125 Jahre Automobil“ wird
Mercedes-Benz als ein Hauptsponsor am 5. und 6. November 2011 bei der Veranstaltung mit zwei Fahrzeugen teilnehmen: An den Start gehen ein zweisitziger Mercedes-Simplex Rennwagen von 1902 und ein viersitziger Mercedes-Simplex Tourenwagen aus dem Jahr 1904.
„Es ist für Mercedes-Benz eine Ehre, die Veranstaltung im großen Jubiläumsjahr des Automobils zu unterstützen“, sagt Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic. „Wir haben das Automobil erfunden, und der ‚London to Brighton Veteran Car Run‘ ist die älteste Klassik-Veranstaltung weltweit. Das ist das Fundament für eine ideale Zusammenarbeit.“
Symbolisch wird der „London to Brighton Veteran Car Run“ im Jubliläumsjahr des Automobils von Jutta Benz, der Urenkelin des Automobilerfinders Carl Benz, auf einem Nachbau des Benz Patent-Motorwagen von 1886 eröffnet. Mercedes-Benz ist regelmäßiger Teilnehmer am Veteran Car Run, der im jährlichen Kalender von Mercedes-Benz Classic stets ein Highlight darstellt.
Die beiden teilnehmenden Mercedes-Simplex sind herausragende Fahrzeuge für die Automobiltechnik der damaligen Zeit. Nach der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 wird der 1901 präsentierte Typ Mercedes-Simplex der damaligen Daimler-Motoren-Gesellschaft von der heutigen Fachwelt als das erste moderne Automobil angesehen. Er zeigt erstmals wichtige Merkmale, die noch heute in Personenwagen zu finden sind, beispielsweise einen niedrigen Schwerpunkt, den Bienenwabenkühler und eine schräg stehende Lenksäule.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz werden in diesem Jahr wieder von prominenten Fahrern pilotiert: Einen Wagen fährt der frühere britische Formel-1-Weltmeister von 1992, Nigel Mansell. Das zweite Fahrzeug steuern gemeinsam Doug Nye, der bekannte britische Motorjournalist, und der Chefredakteur der deutschen Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“, Bernd Ostmann.
Erinnerung an die Emanzipation des Automobils
Beim „London to Brighton Veteran Car Run“ sind ausschließlich Fahrzeuge zugelassen, die spätestens im Jahr 1904 gebaut wurden. Die Veranstaltung feiert den „Emancipation Run“ vom 14. November 1896. Diese von Harry J. Lawson organisierte Fahrt feiert damals ein neues Gesetz, das in Großbritannien die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor von der Gehgeschwindigkeit 6,4 km/h (4 Meilen pro Stunde) aufhebt und auf 22,4 km/h (16 Meilen pro Stunde) hochsetzte. Außerdem muss dem Fahrzeug nun nicht mehr ein Mann vorangehen zur Sicherung der anderen Verkehrsteilnehmer, wie ihn der „Locomotive Act“ aus dem Jahr 1865, auch „Red Flag Act“ genannt, bis dahin vorgeschrieben hat. Die erste Veranstaltung wird mit dem symbolischen Zerreißen einer roten Flagge gestartet, denn bis zum Jahr 1878 hat der vor dem Wagen gehende Mann zusätzlich diese „Red Flag“ zur Warnung tragen müssen.
Die erste offizielle Erinnerungsfahrt an den London to Brighton Run findet 1927 statt, seitdem wird sie jährlich ausgerichtet, mit Ausnahme der Jahre 1940 bis 1947. In diesem Jahr ist es die 77. Veranstaltung. Das macht den Run zur ältesten bestehenden Automobilveranstaltung der Welt und zugleich zur größten Versammlung von Veteranenfahrzeugen aus der Frühzeit der Automobilgeschichte. Neben vierrädrigen Autos mit Verbrennungsmotor starten auch Dreiräder sowie Dampfwagen und Elektroautos. Seit 1930 richtet ihn der Royal Automobile Club aus.
An der Fahrt des Jahres 2011 werden voraussichtlich 550 Fahrzeuge aus 20 Ländern teilnehmen. Sie gehen am 6. November 2011 auf die rund 96 Kilometer (60 Meilen) lange Strecke, die hauptsächlich der Fernstraße A 32 folgt. Das älteste Fahrzeug wird voraussichtlich ein Benz Victoria aus dem Jahr 1894 sein. Insgesamt werden rund 500.000 Zuschauer erwartet. Start ist im Hyde Park/Apsley Gate in London, wo die ersten Fahrzeuge beim offiziellen Sonnenaufgang um 7:02 Uhr losfahren werden. Von dort führt der Weg zunächst nach Crawley/Market Square zu einem Zwischenstopp, bevor die Veranstaltung dann offiziell in Preston Park, einem Vorort des Seebades Brighton, endet. Der inoffizielle, aber eigentliche Zieleinlauf findet anschließend unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf der Prachtpromenade Madeira Drive statt. In die Wertung kommt nur, wer bis Sonnenuntergang in Brighton ankommt.
Am Vortag (Samstag, 5. November 2011) werden rund 100 Fahrzeuge in London auf der Regent Street an einem Concours d’Elegance teilnehmen, bei dem sie einzeln vorgestellt und von den Zuschauern aus der Nähe betrachtet werden können. Und bereits am 4. November 2011 findet bei Bonhams in der New Bond Street eine Auktion von Fahrzeugen und Automobilia aus der Frühzeit statt.
Mercedes-Simplex: Das moderne Automobil
Die Teilnehmerfahrzeuge von Mercedes-Benz Classic stammen aus der unternehmenseigenen Sammlung. Unter der Bezeichnung Simplex entstanden bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim zwischen 1901 und 1905 eine ganze Palette von Automobilen, die alle zwei Gemeinsamkeiten hatten: Sie wurden von Wilhelm Maybach konstruiert, und sie waren allen zeitgenössischen Autos überlegen. Der Wagen stellte den entscheidenden Schritt von der motorisierten Kutsche zur eigenständigen Automobil-Konstruktion dar.
Der Vierzylinder-Frontmotor mit paarweise gegossenen Zylindern, der Pressstahl-Rahmen aus U-Profilen, der niedrige Schwerpunkt, der Bienenwabenkühler und die schräg stehende Lenksäule sind die auffälligsten technischen Merkmale des Mercedes-Simplex. Sie sorgen für das automobiltypische Erscheinungsbild, das ihn von den zeitgenössischen Kutschen-Automobilen abhebt. Neben dem Mercedes-Simplex 38/40 PS war der Typ 28/32 PS das kompaktere Automobil.
Technische Daten des Mercedes-Simplex 38/40 PS Rennwagen
Baujahr: 1902 Zylinder: 4 (Reihe)
Hubraum: 6558 Kubikzentimeter
Leistung: 40 PS (29 kW) bei 1050/min Drehzahl
Höchstgeschwindigkeit: ca. 75 km/h
Wagengewicht: 1250 Kilogramm
Technische Daten des Mercedes-Simplex 28/32 PS Tourenwagen
Baujahr: 1904
Zylinder: 4 (Reihe)
Hubraum: 5315 Kubikzentimeter
Leistung: 32 PS (24 kW) bei 1200/min Drehzahl
Höchstgeschwindigkeit: ca. 60 km/h
Wagengewicht: 1250 Kilogramm
Technische Daten Benz Patent-Motorwagen Modell I
Baujahr: 1886
Zylinder: Einzylinder-Viertaktmotor mit Summer-Zündung
Hubraum: 954 Kubikzentimeter
Leistung: 0,75 PS (0,55 kW) bei 400/min Drehzahl
Verbrauch: rund 10 Liter/100 Kilometer
Höchstgeschwindigkeit: 16 km/h Wagengewicht: 265 Kilogramm
Nigel Mansell
Geboren am 8. August 1953 in Upton-on-Severn/Worcestershire, England.
Der sportliche Aufstieg Mansells verlief geradlinig über den Kart-Sport 1968-1975, die Formel Ford 1976-1977 und die englische Formel-3-Meisterschaft 1978-1980 bis hin zum Formel-1-Debüt 1980 im Lotus Ford.
Eine lange Serie mit erfolgreichen Rennen in der Formel 1 folgte, gekrönt von drei Vizeweltmeistertiteln und schließlich dem Weltmeistertitel 1992. Nach einem kurzen Intermezzo in der IndyCar-Serie (1993 auf Anhieb Meistertitel) stieg er 1994 erneut in die Formel 1 ein und gewann den Großen Preis von Australien.
1995 startete er zweimal in der Formel 1 im Team McLaren-Mercedes, verließ jedoch das Team vor dem Ende der Saison.
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