Mercedes-Benz Classic feiert die Rennsportgeschichte der Marke beim Eifelrennen
Stuttgart
,
06.09.2011
  • ADAC Eifelrennen 2011 als ein Höhepunkt von
    Mercedes-Benz Classic zum 100. Geburtstag Fangios
  • Ausstellung von drei Original-Rennwagen und zwei Renntransportern
Stuttgart – Die außergewöhnliche Rennsportgeschichte der Marke Mercedes-Benz ist ein besonderes Anliegen von Mercedes-Benz Classic. Dafür steht auch das Eifelrennen auf dem Nürburgring: Fahrer und Fans feiern vom 9. bis zum 11. September 2011 gemeinsam ein Festival des historischen Rennsports, das in dieser Form seit vier Jahren ausgetragen wird.Sie erinnern damit unter anderem an Höhepunkte in der Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz: So gewinnt Rudolf Caracciola das erste Eifelrennen am 19. Juni 1927 in der Klasse der Sportwagen über 5 Liter Hubraum mit einem Kompressor-Tourensportwagen Typ Mercedes-Benz S. Und der Mythos der Silberpfeile entsteht 1934, als die Rennwagen von Mercedes-Benz zum Eifelrennen nicht im weißen Lack, sondern mit blanker Aluminiumhaut antreten.
Seit 2008 wird das Eifelrennen als hochkarätige Veranstaltung für historische Fahrzeuge ausgetragen. Das ist der perfekte Rahmen für die Präsenz einiger Renn- und Rennsportwagen von Mercedes-Benz Classic. Im Jahr 2011 erinnern diese Fahrzeuge insbesondere an die Erfolge von Juan Manuel Fangio auf dem Nürburgring.
Anlass für den thematischen Schwerpunkt ist der 100. Geburtstag des in Argentinien geborenen, ehemaligen Mercedes-Benz Spitzenpiloten: Auf dem Nürburgring gewinnt Fangio für Mercedes-Benz den Großen Preis von Europa des Jahres 1954 auf einem Rennwagen W 196 R mit unverkleideten Rädern und er gewinnt das Eifelrennen des Jahres 1955 auf dem Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S). Neben dem W 196 R mit unverkleideten Rädern ist auch noch ein Renntransporter beim Eifelrennen vertreten. Außerdem ist geplant, dass die Mercedes-Benz Piloten Roland Asch, Dieter Glemser und Jochen Mass als Markenbotschafter beim Eifelrennen präsent sind.
Markenbotschafter Mercedes-Benz Classic beim Eifelrennen 2011
Roland Asch
geboren: 12. Oktober 1950 in Ammerbuch-Altingen
Als gelernter Kfz-Meister und erfolgreicher Autohändler seines eigenen Autohauses in Ammerbuch bei Tübingen schlägt sein Herz nicht nur für den Motorsport, sondern auch für die Technik, die den Motorsport erst möglich macht. Er ist kein reiner Profi im Cockpit. Der Motorsport bleibt für ihn immer ein zeitraubendes Hobby.
Roland Asch beginnt mit Slalom und Bergrennen (1976-1982), holt sich den Titel des Deutschen Bergmeisters 1981 und fährt zu weiteren Erfolgen: dreimal Gewinner der Gesamtwertung des Porsche 944 Turbo Cups (1987/88/89) und einmal des Carrera Cups (1989) sowie der Einstieg in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft als Vizemeister.
Nach Rennen in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft erfolgt sein Debüt in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft 1985. Es folgen Einsätze im MS-Mercedes-Team 1989, im Snobeck-Mercedes-Team 1990, bei Zakspeed-Mercedes 1991 und 1992, im AMG-Mercedes-Team 1993. In den Jahren 1992 (Eiffelrennen, Hockenheim) und 1993 (Diepholz und zweimal Avus/Berlin) kann er insgesamt fünf Siege und diverse gute Platzierungen einfahren. 1988 (Mercedes 190 E 2.3-16 mit BMK Motorsportteam) und 1993 (Mercedes 190 E 2.5-16 Evo II Klasse 1) wird er Deutscher Tourenwagen-Vizemeister mit Mercedes-Benz.
Ab 1995 – nach seinem Wechsel in den Super Tourenwagen Cup – fährt er für diverse andere Rennställe.
Dieter Glemser
geboren: 28. Juni 1938 in Kirchheim/Teck
Seine Vollgas-Karriere beginnt mit dem Start beim Schorndorfer Bergrennen 1960. Es folgen zahlreiche Klassensiege bei verschiedenen Berg- und Rundstreckenrennen auf dem Nürburgring.
Für die Daimler-Benz AG startet er ab 1963 mit dem Gesamtsieg bei der Polen-Rallye in einem Mercedes-Benz 220 SE und jeweils einem zweiten Platz bei der Deutschland-Rallye (inklusive eines Klassensieges) und dem Großen Straßenpreis von Argentinien. Auch im folgenden Jahr beteiligt er sich an dem Dreifachsieg der Teams Böhringer/Kaiser, Glemser/Braungart und Rosqvist/Falk beim Großen Straßenpreis von Argentinien.
Mit Ford feiert Dieter Glemser 1971 einen Europameistertitel bei den Tourenwagen und einen Sieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps sowie dem Titel des Deutschen Rennsportmeisters 1973 und 1974. Nach einem schweren Unfall infolge eines Reifenschadens beim Tourenwagenrennen von Macao/Südostchina im November 1974 beendet er seine aktive Motorsportlaufbahn.
Ab 1990 ist Dieter Glemser zehn Jahre lang Mitglied des Mercedes-Benz Motorsport-Teams und als Abteilungsleiter zuständig für Organisation. Von 2001 bis 2008 ist er freier Mitarbeiter bei Mercedes-AMG und der Daimler AG für Sport- und Fahrsicherheitstraining und bei Classic-Veranstaltungen. Noch heute fährt er bei Mercedes-Benz Classic-Veranstaltungen.
Jochen Mass
geboren: 30. September 1946 in Dorfen bei Wolfratshausen (Bayern)
Der Oberbayer Jochen Mass, seines Zeichens ursprünglich Seemann, beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa-Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit (1972) gewinnt er die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel hierzu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975-1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March).
Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9 siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM.
Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass bis auf den heutigen Tag für Mercedes bei historischen Veranstaltungen am Start ist. So wie beim 70. ADAC Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ob im Silberpfeil W 165 oder im Mercedes-Benz Typ SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.
Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic beim Eifelrennen 2011
Mercedes-Benz W 196 R (Version mit unverkleideten Rädern), 1955
1954 kehren die Silberpfeile zurück: Mercedes-Benz startet mit dem Rennwagen W 196 in der Formel 1. Das erste Rennen des neuen 2,5-Liter-Rennwagens W 196 R beim Grand Prix von Frankreich im Juli 1954 endet mit einem Doppelsieg von Juan Manuel Fangio und Karl Kling. Für den Hochgeschwindigkeits-Parcours von Reims ist der auffällige Stromlinien-Rennwagen die richtige Wahl.
Bei den meisten Rennen der Rennjahre 1954 und 1955 kommt jedoch ein klassischer Monoposto mit frei stehenden Rädern zum Einsatz, der für kurvenreiche Rennstrecken besser geeignet ist. Der W 196 R erringt 1954 drei weitere Siege, im Folgejahr sogar fünf, und Fangio wird in beiden Jahren Weltmeister.
Fahrzeug
Baujahr: 1955
Zylinder: R8
Hubraum: 2.496 Kubikzentimeter
Leistung: 290 PS (213 kW)
Höchstgeschwindigkeit: zirka 300 km/h
Mercedes-Benz Schnelltransporter, 1955
Um bei Trainingsläufen von Defekten befallene Rennwagen rasch zur Reparatur ins Werk zu transportieren, Ersatzboliden schnell zum Einsatzort zu bringen oder auch um Rennwagen ohne unnötige Zeitverluste zu Teststrecken zu befördern, kreiert die Mercedes-Benz Rennabteilung 1955 einen Schnelltransporter mit Direkteinspritzer-Reihensechszylinder des Supersportwagens 300 SL.
In den verlängerten Rahmen des Luxussportwagens Mercedes-Benz 300 S eingebaut, beschleunigt das 192 PS (141 kW) starke Dreiliter-Aggregat den leer rund 2.100 Kilogramm wiegenden Frontlenker auf beachtliche 165 km/h. Die Reichweite des „Eilboten“ liegt bei rund 600 Kilometern, bei einem Verbrauch von 25 Litern pro 100 Kilometer – dank eines 150 Liter fassenden Tanks.
Auf Anordnung von Rudolf Uhlenhaut, damals Pkw-Entwicklungschef der Daimler-Benz AG, wird das Unikat im Dezember 1967 verschrottet. Das Mercedes-Benz Classic Center baut den mit einer Stahl-Aluminium-Karosserie versehenen Transporter in mehrjähriger Arbeit originalgetreu wieder auf. Ende April 2001 wird die Neuauflage des Express-Renntransporters fertiggestellt.
Fahrzeug
Baujahr: 1955
Zylinder: R6
Hubraum: 2.998 Kubikzentimeter
Leistung: 192 PS (141 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
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