Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2011
Stuttgart
28.06.2011
Die Fahrzeuge der Mercedes-Benz Exhibition
Benz Patent-Motorwagen, 1886 (Replica)
Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift zum DRP 37.435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils und prägt den Namen Patent-Motorwagen. Das erste Automobil der Welt ist eine eigenständige Konstruktion, bei der Motor und Fahrgestell eine organische Einheit bilden. Benz hat es als Dreirad ausgeführt, da er von der bei Kutschen üblichen Drehschemellenkung nicht überzeugt ist. Die entscheidende Leistung von Carl Benz besteht in der Konsequenz, mit der er seine Vision vom „Wagen ohne Pferde“ zur Realität werden lässt: Er hat die Idee eines Motorwagens, konstruiert ihn, baut ihn, lässt ihn patentieren, erprobt ihn, bringt ihn auf den Markt, produziert ihn in Serie, entwickelt ihn weiter und macht seine Erfindung damit nutzbar. Der Benz Patent-Motorwagen läutet eine neue Ära der individuellen Mobilität ein.
Baujahr: 1886
Zylinder: 1
Hubraum: 984 cm³
Leistung: 0,9 PS (0,66 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 16 km/h
Mercedes-Simplex 40 PS, 1902
Der Mercedes-Simplex 40 PS löst im März 1902 den legendären Mercedes 35 PS ab. Der Namenszusatz „Simplex“ verweist dabei auf die aus damaliger Sicht einfache Handhabung des neuen Modells. Sein Vorgänger, zugleich das erste Fahrzeug mit dem Markennamen Mercedes, ist bereits bei seinem Erscheinen zur Legende geworden: Er hat im Dezember 1900 erstmals eine eigenständige Form des Automobils definiert und gilt noch heute als Meisterstück technischer Raffinesse und Schönheit. Charakteristische Merkmale sind die langgestreckte Form, der leichte, tief im Rahmen eingebaute Hochleistungsmotor und der organisch in die Front integrierte Kühler, der als Bienenwabenkühler zum markenprägenden Erkennungszeichen wird. Der Mercedes 35 PS markiert den endgültigen Abschied vom branchenweit vorherrschenden Kutschenstil und gilt damit als erstes modernes Automobil.
Baujahr: 1902
Zylinder: R4
Hubraum: 6558 cm³
Leistung: 40 PS (31 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
Mercedes-Benz 500 K Cabriolet B, 1936
Der Mercedes-Benz 500 K löst 1934 die legendären S- und SS-Modelle ab, die seit den 1920er-Jahren das Höchstleistungs-Image von Mercedes-Benz geprägt hatten. Beim 500 K – das K steht hier für den Kompressor – gesellt sich zu den damals sensationellen Fahrleistungen eine bislang unbekannte Fahrkultur. Er lässt sich einerseits völlig problemlos im Kriechverkehr bewegen und legt bei Bedarf ein Temperament an den Tag, das 500 K-Zeitgenossen den Atem raubte.
Ein etwas stärkerer Druck auf das Gaspedal bringt ein Leistungsplus von 60 Prozent zur Geltung: Dann nämlich rückt die Kompressorkupplung ein, das Zweiflügelgebläse drückt mit 0,3 bar Luft in dem Doppelvergaser und setzt so zusätzliche 60 PS (44 kW) frei. Die so anstehenden 160 PS (118 kW) werden, wie Mitte der 1930er-Jahre bereits Mercedes-Benz Standard, über eine schraubengefederte Pendelachse auf die Fahrbahn übertragen.
Zur eindrucksvollen Technik kommen beim 500 K Meisterwerke des Karosseriebaus aus Sindelfingen. Unter nicht weniger als neun Varianten konnte der 500 K-Käufer wählen. Die meisten entscheiden sich dabei für das Cabriolet B.
Baujahr: 1936
Zylinder: R8
Hubraum: 5018 cm³
Leistung: 100 PS (74 kW) ohne, 160 PS (118 kW) mit Kompressoraufladung
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Mercedes-Benz 300 SL (W 198), 1954
1954 präsentiert Mercedes-Benz den von den erfolgreichen Renn-300 SL abgeleiteten Flügeltüren-300 SL und damit zugleich den europäischen Traumwagen der 1950er-Jahre schlechthin. Erstmals vertraut die Marke bei einem Personenwagen bei diesem Modell auf die Benzin-Direkteinspritzung anstelle traditioneller Vergaser. Der komplexe Gitterrohrrahmen des 300 SL, dessen Rohre nur auf Druck und Zug, nicht aber auf Biegung beansprucht werden, resultiert wie die ingeniöse Trockensumpfschmierung in direkter Linie aus den Motorsport-Erfahrungen.
Zugunsten einer kleinen Stirnfläche und guter Aerodynamik ist der Sechszylinder, dessen Basis 1951 im Typ 300 Premiere feierte, um 45 Grad nach links geneigt eingebaut. Das Fahrwerk – vorn Querlenker, hinten Zweigelenk-Pendelachse – wird vom Wettbewerbs-300 SL (W 194) übernommen. Diese Baureihe W 194 hatte 1952 sowohl das 24-Stunden-Rennen von Le Mans als auch die Carrera Panamericana quer durch Mexiko jeweils als Doppelsieger beendet; bei der Mille Miglia des gleichen Jahres belegte sie Rang 2. Damit bereitete der 300 SL den Boden für die beispiellose Erfolgsserie der Marke Mercedes-Benz im internationalen Motorsport der 1950er Jahre.
1955 gewinnt die Baureihe W 198 mit dem deutsch-amerikanischen Team Fitch / Gsell bei der Mille Miglia die Wertung für die GT-Fahrzeuge über 1,6 Liter Hubraum.
Bauzeit: 1954 bis 1957
Zylinder: R6
Hubraum: 2996 cm³
Leistung: 215 PS (158 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 235 – 260 km/h (je nach Hinterachs-Übersetzung)
Mercedes-Benz 250 SE Cabriolet, 1967
Mit dem neuen 2,5-Liter-Einspritzmotor der „Heckflossen“-Nachfolgebaureihe W 108 (Mercedes-Benz 250 SE) läuft das 220 SE Cabriolet von August 1965 an als Mercedes Benz 250 SE Cabriolet vom Band. Die schlicht gestaltet Form des seit September 1961 gebauten 220 SE erweist sich als so zeitlos, dass sie auch als Cabriolet und Coupé neben der völlig neuen S-Klasse bestehen können.
Die selbsttragende Rahmen-Bodenanlage mit Doppelquerlenker-Vorderachse und Eingelenk-Pendelhinterachse entstammt dem 2,2-Liter-Vorgänger – neu sind die vier Scheibenbremsen, die anstelle der Kombination Scheiben/Trommelbremsen für vorbildliche Verzögerung sorgen. Diese Bremsanlage wird in der ersten Heckflossen-Generation nur für den Typ 300 SE angeboten.
Der 150-PS-Einspritzmotor (110 kW) verhilft dem Cabriolet zu beachtlichem Temperament: Bei der Beschleunigung vom Stand auf 100 km/h vergehen gerade 12 Sekunden, und auch die Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h gehört Mitte der 1960er-Jahre zu den Spitzenwerten. Das Dach ist übrigens so aufwändig konstruiert, dass selbst bei Höchstgeschwindigkeit keine Geräusche stören.
Bauzeit: 1961 bis 1971
Zylinder: R6
Hubraum: 2496 cm³
Leistung: 150 PS (110 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
Mercedes-Benz 280 SL, 1968
Die „Pagoden“-SL-Baureihe W 113, von Enthusiasten wegen ihres pagodenförmigen Hardtops so genannt, schafft den schwierigen Spagat zwischen Hochleistungs-Sportwagen und komfortablem Tourenwagen. Sie verknüpft damit die Qualitäten der beiden Vorgängerfahrzeuge, des kompromisslosen 300 SL (W 198) und des sehr zivilen 190 SL (W 121). Mit diesen Tugenden fährt sich die Baureihe W 113 in die Herzen einer sehr ambitionierten Käuferschaft, die außerordentliche Fahrleistungen und ‑eigenschaften eines reinrassigen Sportwagens mit dem Raum- und Fahrkomfort eines Luxuswagens verknüpft sehen wollen.
Die höchstentwickelte Variante vom Typ 280 SL (W 113 E 28) schöpft aus 2,8 Liter Hubraum 170 PS (125 kW) – 20 PS (15 kW) mehr als die beiden Vorgängertypen 230 SL (W 113) und 250 SL (W 113A). Von diesem Hubraum- und Leistungszuschlag profitieren dank höherer Elastizität vor allem der Bedienungskomfort und die Kultur des Reihensechszylinders. Kein Wunder deshalb, dass sich der Typ 280 SL in der „Pagoden“-Reihe auch in Sachen Absatz die Krone aufsetzte: Er fand fast so viele Käufer wie die Typen 230 SL und 280 SL zusammen.
Baujahr: 1970
Zylinder: R6
Hubraum: 2778 cm³
Leistung: 170 PS (125 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Mercedes-Benz 450 SEL 6.9, 1980
1972 erhält die Oberklasse-Baureihe, mit der Mercedes-Benz seit Jahrzehnten automobile Standards setzt, einen eigenen Namen. Die neue S-Klasse (Baureihe W 116) zeichnet sich - wie der 1971 präsentierte Sportwagen 350 SL – durch ein umfassendes Sicherheitskonzept aus. Dazu gehören der kollisionsgeschützt über der Hinterachse eingebaute Tank, das Vierspeichen-Sicherheitslenkrad, verschmutzungsarme Seitenscheiben, großflächige Scheinwerfer, auffällige Blinkleuchten und Schmutz abweisende gerippte Heckleuchten. 1975 erscheint als neues Topmodell der Baureihe der leistungsstarke und besonders komfortable 450 SEL 6.9 mit großvolumigem V8-Motor und hydropneumatischer Federung. 1978 ist die S-Klasse als weltweit erstes Serienfahrzeug mit dem Anti-Blockier-System ABS erhältlich, das die Lenkfähigkeit auch bei einer Vollbremsung sicherstellt. Damals eine Weltsensation, zählt das ABS dank der Pionierarbeit von Mercedes-Benz heute zum automobilen Standard.
Baujahr: 1980
Zylinder: V8
Hubraum: 6834 cm³
Leistung: 286 PS (210 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Mercedes-Benz SLS AMG, 2010
Der Mercedes-Benz SLS AMG sorgt gleich bei seiner Enthüllung auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main für Furore. Denn der Sportwagen verleugnet mit seinen Flügeltüren nicht die Design-Verwandtschaft zu den legendären Typen 300 SL (W 198, 1954) und 300 SLR (W 196 S, 1955). Er ist das erste Fahrzeug, das vollständig bei AMG, der Performance-Sparte von Mercedes-Benz, entwickelt wird.
Der Supersportwagen von Mercedes-Benz und AMG fasziniert mit seinem einzigartigen Technologie-Paket: Aluminium-Spaceframe-Karosserie, AMG 6,2-Liter-V8-Frontmittelmotor mit Trockensumpfschmierung, 420 kW (571 PS) Höchstleistung, 650 Newtonmeter Drehmoment, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Anordnung und Sportfahrwerk mit Aluminium-Doppelquerlenkerachsen, Gewichtsverteilung von 47 zu 53 Prozent – diese Kombination garantiert Fahrdynamik auf höchstem Niveau. Von null auf 100 km/h beschleunigt der Flügeltüren in 3,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt elektronisch begrenzt 317 km/h.
In der Formel 1 wird der Mercedes Benz SLS AMG seit der Saison 2010 als Official Safety Car eingesetzt.
Bauzeit: seit 2010
Zylinder: V8
Hubraum: 6208 cm³
Leistung: 420 kw (571 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 317 km/h
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