Mercedes-Benz Classic beim Goodwood Festival of Speed 2011
Stuttgart
28.06.2011
Die Fahrzeuge auf der Bergrennstrecke
Mercedes-Benz W 165, 1939
Der Formelrennwagen W 165 wird von Mercedes-Benz in nur sechs Monaten entwickelt, um dem 1939 kurzfristig geänderten Reglement für einige italienische Grands Prix Rechnung zu tragen, darunter der prestigeträchtige Grand Prix von Tripolis in Libyen, damals eine Kolonie Italiens. Diese Regeln sehen ein Hubraumlimit von nur 1,5 Liter (statt 3 Liter) vor.
Die Techniker um Max Sailer entscheiden sich beim W 165-Triebwerk M 165 für einen V8. Es handelt sich dabei um einen kurzhubigen 90-Grad-Motor, dessen rechte Zylinderreihe um 18 Millimeter nach vorn versetzt angeordnet ist. Die Rahmen- und Radaufhängungs-Konstruktion orientiert sich am Dreilter-W 154: Ovalrohre mit Traversen aus Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl, die DeDion-Hinterachse mit Torsionsstabfederung, Dreieckslenker mit Schraubenfedern vorn. Auch äußerlich ähnelt der „kleine Mercedes“ seinem großen Bruder W 154. Allerdings sitzt der Fahrer im W 165 aus Platzgründen leicht nach rechts versetzt.
In Tripolis werden zwei W 165 eingesetzt. Sie holen einen berühmten Doppelsieg für die Marke: Hermann Lang siegte mit knapp 198 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, Rudolf Caracciola kam als Zweiter ins Ziel.
Baujahr: 1939
Zylinder: V8
Hubraum: 1495 cm³
Leistung: 256 PS (188 kW)
Höchstgeschwindigkeit: über 270 km/h
Mercedes-Benz 300 SL (W 194), 1952
Am 15. Juni 1951 fällt bei Daimler-Benz der Startschuss zum Bau eines Dreiliter-Sportwagens mit Aluminium-Karosserie – und schon im März 1952 wird ein Prototyp des ursprünglich nur für den Rennsport gedachten Mercedes-Benz 300 SL der Presse präsentiert. Es ist der Urvater der legendären Serien-300 SL.
Der komplexe Gitterrohrrahmen des 300 SL erlaubt zunächst keine konventionellen Türen. Deshalb sieht Versuchschef Rudolf Uhlenhaut Flügeltüren vor – bei den ersten Prototypen sind es nur kleine Luken bis zur Unterkante der Seitenscheiben. Erst der sechste der zehn Ur-300 SL erhält zur Einhaltung des Le-Mans-Reglements die größeren, bis zur Flankenmitte reichenden Türen.
Bei seinem ersten Renneinsatz, der Mille Miglia 1952, belegt der 300 SL einen beachtlichen zweiten Platz. Im gleichen Jahr feiert er in Le Mans einen Doppelsieg, und auf der mehr als 3.000 Kilometer langen Carrera Panamericana in Mexico fährt er auf die Plätze eins und zwei. 1954 erscheinen die ersten Serien-Exemplare des 300 SL mit der Baureihenbezeichnung W 198.
Baujahr: 1952
Zylinder: R6
Hubraum: 2995 cm³
Leistung: 170 PS (125 kW)
Höchstgeschwindigkeit: ca. 240 km/h
Mercedes-Benz 190 E 2.6-16V Evolution II, 1994
Mit der Baureihe W 201 engagiert sich Mercedes-Benz Ende der 1980er-Jahre und erstmals seit den 1960er-Jahren wieder im Rundstrecken-Motorsport: Im Mercedes-Auftrag fährt AMG um die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Um dabei möglichst gute Karten zu haben, legt Mercedes Benz 1989 nach den Bestimmungen der Gruppe A eine Spezialserie des Serienfahrzeugs Typ 190 E 2.5-16 auf, den Typ 190 E 2.5-16 Evolution. Dieser Mercedes-Benz lässt keinen Zweifel an seinem sportlichen Auftrag: Kotflügelverbreiterungen, tiefer Frontspoiler und hoch aufragender Heckspoiler zieren die Spezial-Limousine – Reglement-Voraussetzung dafür, dass diese Zutaten auch im Sport Einsatzverwendung finden dürfen. Um das Fahrzeug zu homologieren, müssen mindestens 500 Exemplare aufgelegt werden – es werden schließlich 502 Stück sein.
Während die Evolution-Ausführung des Typ 190 E die ersten Siege einfährt, beginnen im August 1989 bereits die Arbeiten an der zweiten Entwicklungsstufe, dem Typ 190 E 2.5-16 Evolution II, der unter anderem eine höhere Motorleistung von jetzt 373 PS (274 kW) hat, statt zuvor 333 PS (245 kW). Außerdem ist er das erste DTM-Rennfahrzeug mit Anti-Blockier-System (ABS). Im Mai 1990 verlassen die letzten der wiederum 502 gebauten Wagen das Werk Bremen, danach übernimmt AMG die Fertigstellung. Sein Renndebüt gibt der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II am 16. Juni 1990 auf der Nordschleife des Nürburgrings. Seit dem DTM-Finallauf am 15. Oktober 1990 auf dem Hockenheimring sind alle werksunterstützen Teams auf „Evo II“-Stand, wie das Fahrzeug kurz genannt wird.
Auf dem 2011 beim Goodwood Festival of Speed eingesetzten „Evo II“ gewann Klaus Ludwig im Jahr 1990 das DTM-Rennen in Kyalami.
Baujahr: 1989/90
Zylinder: R4
Hubraum: 2490 cm³
Leistung: 373 PS (274 kW)
Höchstgeschwindigkeit: bis 300 km/h
Penske Mercedes PC23 IndyCar, 1994
Im internationalen Motorsport genießt Mercedes-Benz einen vorzüglichen Ruf als Motorpartner internationaler Rennteams. Legendär ist zum Beispiel die Saison 1994 der CART IndyCar World Series, die das US-amerikanische Penske-Team mit einem bei Ilmor gebauten Mercedes-Benz Motor gewinnt. Zu den Fahrern zählen Al Unser Jr., Emerson Fittipladi und Paul Tracy. Damals siegen die Penske-Wagen bei zwölf von 16 Rennen, unter anderem den 500 Meilen von Indianapolis – der PC23 gehört damit zu den siegreichsten Rennsportwagen mit freistehenden Rädern. Von 1994 bis 1999 sind die Wagen des Penske-Teams mit Mercedes-Motoren ausgestattet.
Das Fahrzeuge wird konstruiert von Nigel Bennett, angelehnt an den Vorgängertyp PC22 von 1993. Der bei der englischen Firma Ilmor (Mario Illien und Paul Morgan) hergestellte Motor, die in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz Rennaggregate baut, wird für die Stock-Block-Kategorie entwickelt. Motoren dieser Klasse dürfen nur zwei Ventile pro Zylinder haben, die durch Stoßstangen über eine einzige, im Motorblock befindliche Nockenwelle betätigt werden. Für die 1995er-Saison entwickelt Ilmor einen neuen 2,65-Liter-V8-Rennmotor.
Der 2011 beim Goodwood Festival of Speed gezeigte PC23 ist das Siegerfahrzeug der 500 Meilen von Indianapolis im Jahr 1994.
Baujahr: 1994
Zylinder: V8
Hubraum: 3429 cm³
Leistung: 1024 PS (753 kW)
Höchstgeschwindigkeit: bis 392 km/h
Mercedes-Benz SLS AMG GT3, 2010
Der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 wird im Herbst 2010 vorgestellt. Entwickelt ist er als Rennwagen nach dem GT3-Reglement der FIA (Fedération Internationale de l’Automobile), konzipiert als Kundensport-Fahrzeug für Sprint- und Langstreckenrennen. Wie vom Reglement vorgeschrieben, entspricht der AMG 6,2-Liter-V8-Motor nahezu dem des Serienfahrzeugs.
Dank seines geringen Gewichts unterschreitet der GT3 jedoch deutlich die bereits hervorragenden Beschleunigungswerte des Serienfahrzeugs (3,8 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h). Sie sind beim GT3 je nach verwendeter Achsübersetzung variabel, wie auch die Höchstgeschwindigkeit. Der V8-Motor hat auch im Rennfahrzeug eine Trockensumpfschmierung, um eine zuverlässige Schmierung bei hohen Querbeschleunigungen zu gewährleisten, wie sie auf der Rennstrecke auftreten.
Im Gegensatz zum Serienfahrzeug hat der SLS AMG GT3 ein Sechsgang-Renngetriebe mit sequenzieller Schaltung. Der Pilot schaltet die Gänge mithilfe von zwei Schaltpaddles am Lenkrad.
Der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 wird in den Saisons 2010 und 2011 erfolgreich bei verschiedenen Rennen eingesetzt.
Bauzeit: seit 2010
Zylinder: V8
Hubraum: 6208 cm³
Leistung: 420 kw (571 PS)
Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h (je nach Achsübersetzung)
Ihr Presse-Kontakt
Birgit
Pillkahn
Redaktion & Themenmanagement Mercedes-Benz Classic
Tel.: +49 711 17-49049
Fax: +49 711 1790-97310
Download gesamter Text
Aktionen
© 2014 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten. Anbieter | rechtliche Hinweise | CookiesDatenschutz | Nutzungsbedingungen