Das Carl-Benz-Haus in Ladenburg
Stuttgart
,
25.06.2010
Am 21. Juni 1905 erwirbt das Ehepaar Benz das Anwesen auf dem Grundstück Nr. 4180 in Ladenburg, nur ein paar Schritte vom Neckar entfernt. Es kostet die stolze Summe von 48 500 Goldmark. Hier lebt Carl Benz bis zu seinem Tod am 4. April 1929 und auch seine Frau Bertha Benz bis zu ihrem Tod am 5. Mai 1944. Im dazugehörigen Park lässt Carl Benz die vermutlich erste Garage der Welt im Stile eines Wehrturms erbauen. Hier bringt er seinen Benz „Victoria“ unter und kann im Turmzimmer ungestört seiner Ingenieurarbeit nachgehen.
Carl Benz lässt das Wohnhaus zweimal wesentlich umgestalten. 1921 wird eine Veranda mit Flachdach angebaut. Einige Jahre später erhält das Haus seine heutige Form. Der Anbau an der Südseite über die gesamte Giebelseite vergrößert das Gebäude um fast ein Drittel. Bis 1969 bewohnen die Nachfahren von Carl und Bertha Benz das Haus, bis es in den Besitz der Stadt Ladenburg übergeht. 1985 erwirbt die Daimler-Benz AG das Haus.
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wird im Gartengeschoss eine Ausstellung eingerichtet, die vor allem den Ingenieurleistungen von Carl Benz gewidmet ist. Man findet dort Demonstrationsmodelle seiner wichtigsten Erfindungen, der Achsschenkellenkung, der elektrischen Zündung mit Zündkerze und des Oberflächen-Vergasers. Eine Nachbildung des Patent-Motorwagens und seiner Werkbank sowie persönliche Erinnerungsstücke vermitteln eine lebendige Erinnerung an den großen Pionier des Automobils.
Heute dient das Carl-Benz-Haus vor allem als Domizil und Tagungsstätte der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung, die 1986 anlässlich des 100. Jubiläums des Automobils als rechtlich selbständige Stiftung gegründet wurde. Eingedenk der tiefgreifenden Veränderungen, die Gottlieb Daimler und Carl Benz mit ihren Erfindungen ausgelöst haben, hat die Stiftung die Aufgabe, Wissenschaft und Forschung zur Klärung der Wechselbeziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Technik zu fördern. Dabei unterstützt sie vor allem die interdisziplinäre Behandlung dieser Themenfelder.
Die Stiftung bezieht ihre Fördermittel aus den Erträgen des Vermögens, das die frühere Daimler-Benz AG und die heutige Daimler AG gestiftet haben.
Schwerpunkte der Fördertätigkeit sind:
  • Ladenburger Diskurs: interdisziplinäre und internationale Diskussion der Wechselbeziehungen von Mensch, Umwelt und Technik
  • Ladenburger Kolleg: Forschungsförderung interdisziplinär angelegter Projekte
  • Bertha-Benz-Vorlesung: Vorträge renommierter Wissenschaftlerinnen
  • Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Internationale Kooperation in den Wissenschaften
Dr. h.c. Carl Friedrich Benz, 1844 bis 1929
  • 1844 Geboren am 25. November in Karlsruhe
  • 1853 Gymnasium in Karlsruhe
  • 1860 Studium an der Polytechnischen Schule in Karlsruhe
  • 1864 Schlosser in der Maschinenfabrik Karlsruhe
  • 1866 Zeichner und Konstrukteur bei der Fa. Schweizer in Mannheim
  • 1868 Konstrukteur bei der Firma Benckiser in Pforzheim
  • 1871 Gründung der Fa. „Karl Benz und August Ritter, Mechanische Werkstätten“, Mannheim
  • 1872 Umfirmierung in „Karl Benz Mannheim, Eisengießerei und mechanische Werkstätte“, Eheschließung mit Bertha Ringer
  • 1878 Beginn der Arbeit am Zweitaktmotor, erster Lauf Sylvester 1879
  • 1882 Umfirmierung in „Gasmotoren-Fabrik Mannheim“, kurz danach Austritt aus der Firma
  • 1883 Gründung der „Benz & Cie, Rheinische Gasmotoren-Fabrik Mannheim“ im Oktober
  • 1886 29. Januar, Carl Benz meldet sein dreirädriges „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an, 3. Juli, erste öffentliche Ausfahrt mit dem „Dreirad“ in Mannheim
  • 1893 Erstes vierrädriges Benz-Automobil (Typ Victoria) mit Achsschenkellenkung
  • 1903 Ausscheiden aus der Geschäftsleitung von „Benz & Cie“
  • 1905 Übersiedlung nach Ladenburg
  • 1906 Gründung von „Carl Benz Söhne“, Ladenburg
  • 1904 – 1926 Aufsichtsratsmitglied bei „Benz & Cie“
  • 1912 Austritt aus „Carl Benz Söhne“ als Gesellschafter
  • 1914 Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Karlsruhe
  • 1926 – 1929 Aufsichtsratsmitglied bei der Daimler-Benz AG
  • 1928 Verleihung der Badischen Staatsmedaille
  • 1929 Carl Benz stirbt am 4. April in Ladenburg
 
Stiftung:
Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung
Dr.-Carl-Benz-Platz 2
68526 Ladenburg
Telefon: +49 (0) 62 03/10 92-0, Telefax: +49 (0) 62 03/10 92-5
mailto: info@ daimler-benz-stiftung.de
Internet: www.daimler-benz-stiftung.de
Museum:
Öffnungszeiten: Sonntag von 14:30–17:30 Uhr,
Eintritt frei.
Kontakt:
Telefon: +49 (0) 62 03/1 59 24 (nur während der Öffnungszeiten)
Ihr Presse-Ansprechpartner
Birgit
Pillkahn
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