Das neue Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio - TecDay Aerodynamik 2009: Vier Jahreszeiten, vier Personen
Stuttgart
,
15.12.2009
Das Sicherheitskonzept: Solide Struktur, intelligente Sensorik
  • Karosseriestruktur: Verstärkte A-Säulen, gesteckte B-Säulen
  • Überrollschutz: Stabile Bügel mit pyrotechnischer Auslösung
  • Rückhaltesysteme: Erstes Mercedes-Benz Cabrio mit Headbag
Eine stabile Basis ist die beste Voraussetzung für eine steife Rohbaukarosserie mit hoher Crashsicherheit, die entscheidend zu höchstem Akustik- und Schwingungskomfort und der Mercedes-Benz typischen Langlebigkeit beiträgt. So gesehen war die Ausgangssituation beim E-Klasse Cabrio ausgezeichnet: Schließlich ist das E-Klasse Coupé ein enger Verwandter. Und der geschlossene Zweitürer
erfüllt in punkto Verwindungssteifigkeit und Insassenschutz höchste Anforderungen.
Das gilt ebenso für das Cabrio, das zu den steifesten Vertretern seines Segments gehört. Als Indiz für das gute Gesamtergebnis kann die statische Verwindungssteifigkeit (Torsion) der Karosserie dienen. Gegenüber dem Vorgängermodell verbesserte sie sich um rund 30 Prozent.
Um diesen Wert zu erreichen, erfuhr das E-Klasse Cabrio im Vergleich zum Coupé-Schwestermodell eine Reihe von Rohbauverstärkungen. Hier die wichtigsten:
  • Der hochstabile A-Säulen-Verband besteht aus zwei hochfesten Stahl-rohren, die mit den Blechschalen der A-Säulen verschweißt werden. Beim E-Klasse Cabrio haben die beiden Rohre eine besonders stabile Y-Form und reichen vom A-Säulen-Knoten bis an den oberen Scheibenrahmen.
  • Die so genannten gesteckten B-Säulen besitzen eine besonders crash-sichere Anbindung, da sie in den Seitenschweller eingreifen. Ein Schuh aus ultrahochfestem Stahl stützt die B-Säule innen gegen den Fondsitzquerträger ab. Die hintere Abstützung zur Rückwand verläuft bogen-förmig zur Fondsitzanlage.
  • Verstärkte Seitenschweller und Schottbleche in den Türen schützen die Insassen unter anderem beim so genannten seitlichen Mastaufprall. Zum sehr stabilen Querverbund trägt auch die Bordkantenverstärkung mit ihrem hochfesten Stahlprofil bei.
  • Durch eine spezielle Zehn-Fach-Verschraubung des Querträgers im Frontscheibenrahmen wurde dieser gegenüber dem Vorgänger deutlich steifer.
  • Die Bodenanlage ist an mehreren Stellen massiv verstärkt.
  • Die stabile Rückwand hinter den Fondsitzen erhöht die Quersteifigkeit der Karosserie noch weiter.
Überrollschutz: Insassenschutzraum bei Dachfalltest bestätigt
Der Überrollschutz besteht aus zwei stabilen Bügeln mit jeweils 35 Millimeter Durchmesser, die in den Fondkopfstützen in Kassetten hinter der Fondsitzlehne untergebracht sind. Ein so genannter Kippkegelsensor erkennt anhand extremer Schleuderbewegungen oder hoher aufprallbedingter Beschleunigungen, dass
Gefahr für die Insassen droht. Sendet dieser Sensor ein entsprechendes Signal, werden vorgespannte Druckfedern auf pyrotechnischem Weg – und damit besonders schnell – aktiviert.
Dadurch fahren beide Überrollbügel in den Fondkopfstützen aus. In Sekundenbruchteilen haben sie ihre höchste Position erreicht und werden automatisch verriegelt. Im Zusammenspiel mit den stabilen, mit je zwei hochfesten Stahlrohren verstärkten A-Säulen bilden die Stahlbügel einen wirkungsvollen Überrollschutz. Dies bestätigt auch der so genannte Dachfalltest, eine Mercedes-Benz interne Härteprüfung. Dabei fällt die Karosserie in leichter Schräglage aus 50 Zentimeter Höhe auf die Dachstruktur. Dadurch prallt das Fahrzeug mit voller Wucht auf eine der beiden A-Säulen, die sich laut Testvorschrift nur geringfügig plastisch verformen dürfen.
Rückhaltesysteme: Erstes Mercedes-Benz Cabrio mit Headbags
Mit PRE-SAFE®, sieben serienmäßigen Airbags, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern an allen Sitzplätzen sowie crashaktiven Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer bietet das neue E-Klasse Cabrio die umfangreichste Sicherheitsausstattung in dieser Fahrzeugklasse. Zu den Luftpolstern, die sich beim Unfall millisekundenschnell entfalten können, gehören Frontairbags und Sidebags für Fahrer und Beifahrer, ein Kneebag auf der Fahrerseite sowie erstmals in einem Mercedes-Benz Cabrio Headbags.
Während in geschlossenen Fahrzeugen Windowbags zum Einsatz kommen und diese meist im Dachrahmen untergebracht sind, mussten die Mercedes-Benz Sicherheitsspezialisten beim E-Klasse Cabrio naturgemäß einen anderen Airbag und Einbauort wählen. Hier verbergen sich Headbags in der Türverkleidung im Bereich der Bordkante. Mit ihrem großen Abdeckbereich – entfaltet haben die Airbags eine Fläche von etwa 0,7 x 0,5 Meter und ein Volumen von 17 Litern – können sie im Crashfall groß wie klein gewachsene Insassen besonders effektiv schützen. Das Seitenschutzsystem aus Headbag und Thoraxbag ermöglicht eine exakte Abstimmung der Schutzwirkung auf einzelne Körperteile. Auf Wunsch sind auch für den Fond Sidebags lieferbar.
Vorbildliche Sicherheit kombiniert mit höchstem Komfort, das gilt besonders auch für die Rückhaltesysteme des E-Klasse Cabrios. Die vorderen Gurte werden den Passagieren nach dem Schließen der Türen vom Mercedes-Benz typischen Gurtbringer angereicht und sind so besonders bequem anzulegen. Nehmen Insassen im Fond Platz und gurten sich an, fahren die hinteren Kopfstützen automatisch aus einer versenkten Ruhestellung in die Betriebsstellung nach oben. So erlaubt das nur mit zwei Personen besetzte Cabrio stets eine gute Sicht nach hinten,
während angegurtete Mitfahrer im Fond im Crashfall automatisch von der Schutzwirkung der Kopfstützen profitieren.
Optimiert wurde zudem die Geometrie der vorderen Sicherheitsgurte. Das Gurtband verläuft jetzt nicht mehr horizontal, sondern um 35 Grad verdreht zu den Schultern der Insassen. Vorteil dieser Änderung: Der Winddruck an der Außenseite des Gurtbandes verhindert beim Offenfahren das lästige Gurtflattern. Bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h konnte dieser gefürchtete „Schulterklopf“-Effekt deutlich reduziert werden.
Fahrer-Assistenzsysteme: Hilfe in kritischen Situationen
Die Vermeidung von Verkehrsunfällen steht im Mittelpunkt des Sicherheitsengagements von Mercedes-Benz. Deshalb treiben die Sindelfinger Ingenieure die Entwicklung moderner Assistenzsysteme voran, die den Autofahrer in kritischen Fahrsituationen warnen, unterstützen oder bei akuter Gefahr selbstständig handeln können. ABS, ESP® und Bremsassistent BAS waren die ersten Technologien dieser Art; ihr positiver Effekt wird inzwischen unter anderem durch eine Untersuchung der Mercedes-Unfallforschung auf Basis von anonymisierten Datenstichproben des Statistischen Bundesamtes bestätigt. Die neu- oder weiterentwickelten Fahrer-Assistenzsysteme im E-Klasse Cabrio basieren auf modernster Radar- und Sensortechnik. Sie wurden entwickelt, um häufige Unfallursachen wie zu geringer Abstand, Übermüdung und Dunkelheit zu verhindern.
Die Fahrer-Assistenzsysteme des neuen E-Klasse Cabrios auf einen Blick:
ABS
Serienmäßig: Sorgt dafür, dass der Wagen auch beim Bremsen lenkbar bleibt.
ESP®
Serienmäßig: Verringert das Schleuderrisiko und stabilisiert das Auto.
Bremsassistent BAS
Serienmäßig: Baut bei einer Notbremsung in Sekundenbruchteilen die maximale Bremskraftverstärkung auf.
Adaptiver Fernlicht-Assistent
Auf Wunsch: Das System steuert die Leuchtweite der Scheinwerfer je nach Abstand ent-gegenkommender oder vorausfahrender Fahrzeuge.
Adaptives Bremslicht
Serienmäßig: Bei einer Notbremsung blinken die Bremsleuchten und warnen nachfolgende Autofahrer effektiver.
ATTENTION ASSIST
Serienmäßig: Kann durch Sensorsignale Anzeichen von Müdigkeit erkennen und den Autofahrer warnen.
Intelligent Light System
Auf Wunsch: Beinhaltet fünf auf typische Fahr- und Wettersituationen abgestimmte Lichtfunktionen.
DISTRONIC PLUS
Auf Wunsch: Unterstützt den Fahrer dabei, die E-Klasse mittels Radar im gewünschten Abstand zum Vordermann zu halten, und kann ihn warnen, wenn sich der Abstand sehr schnell verringert.
Bremsassistent PLUS (Bestandteil von DISTRONIC PLUS)
Auf Wunsch: Kann mittels Radarsensoren einen drohenden Auffahrunfall erkennen, berechnet die notwendige Bremskraftunterstützung und stellt sie beim Tritt aufs Bremspedal sofort bereit.
PRE-SAFE®-Bremse (Bestandteil von DISTRONIC PLUS)
Auf Wunsch: Kann bei einem drohenden Auffahrunfall eine automatische Teil- und Vollbremsung einleiten, wenn der Autofahrer nicht selbst reagiert.
Einparkhilfe
Auf Wunsch: Ultraschallsensoren vermessen die Länge von Parklücken beim Vorbeifahren; im Display erscheinen Hinweise für das präzise Einparken.
 
Vorbeugende Schutzmaßnahmen: PRE-SAFE® umfasst auch AIRCAP®
Der Insassenschutz beginnt im neuen E-Klasse Cabrio bereits vor dem Unfall. Dafür sorgt die Mercedes-Benz Erfindung PRE-SAFE®, die zur Serienausstattung des Zweitürers gehört. Das System aktiviert bei kritischen Fahrsituationen mit hoher Unfallgefahr vorsorgliche Schutzmaßnahmen, sodass Gurte und Airbags bei einer eventuell nachfolgenden Kollision ihre Schutzwirkung bestmöglich entfalten können. Diese Unfall-Früherkennung ist möglich, weil PRE-SAFE® eine sinnvolle Synergie aus Aktiver und Passiver Sicherheit bildet: Es ist beispielsweise mit dem Bremsassistenten und dem Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP® vernetzt, deren Sensoren fahrdynamisch kritische Situationen erkennen und millisekundenschnell entsprechende Informationen an die elektronischen Steuergeräte senden können. Diese Sensordaten nutzt auch PRE-SAFE®.
Der vorbeugende Insassenschutz kann bei Notbremsungen, bei querdynamisch kritischen Fahrzuständen und auch aktiv werden, wenn allein die Umfeld-Sensorik der Assistenzsysteme drohende Gefahren erkennt. Auch das automatische Windschott AIRCAP® wurde in das PRE-SAFE®-System integriert. Erkennt das System einen drohenden Überschlag, wird AIRCAP® vorsorglich eingefahren.
PRE-SAFE® in längsdynamisch kritischen Situationen
PRE-SAFE® in querdynamisch kritischen Situationen*
Die Gurte von Fahrer und Beifahrer werden mittels Elektromotoren gestrafft.
Die vorderen Seitenscheiben werden geschlossen.
Längseinstellung, Kissen- und Lehnenneigung des elektrisch einstellbaren Beifahrersitzes** werden in unter Unfallbedingungen günstigere Positionen gebracht. Die Seitenhalteinlagen des Multikontursitzes werden aufgeblasen.**
Das vordere Windmodul des AIRCAP®-Systems** wird eingefahren.
 * zusätzlich zu den Maßnahmen bei Notbremsungen
** Wunschausstattungen
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