Hybridflotte für Dresdner Verkehrsbetriebe
Stuttgart/Dresden
19.05.2011
  • Drei von acht Citaro G BlueTec Hybrid in Dresden übergeben
  • Mit Hybridantrieb elektrisch auf der Straße unterwegs
  • 20% bis 30% weniger Dieselverbrauch und CO2-Emission
  • Elektrisch, abgasfrei und fast geräuschlos auf bis zu 9 km langen Innenstadtstrecken
  • Abgasfrei und fast geräuschlos auf Streckenteilen
  • Weltweit eine der größten Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeug-Einsatz

Stuttgart/Dresden – Der Spannungsbogen zwischen Geschichte und Zukunft könnte kaum größer sein als derzeit in Dresden. Wer als Fahrgast mit der Linie 62 an den schönsten Denkmälern und Plätzen Dresdens vorbeifährt, erlebt dies hautnah, denn er sitzt in einem hybridbetriebenen Citaro Gelenkomnibus der Marke Mercedes‑Benz. Drei von insgesamt acht georderten Mercedes‑Benz Citaro G BlueTec Hybrid hat am 19. Mai 2011 Konstantinos Tsiknas, Leiter Verkauf Mercedes‑Benz Omnibusse Deutschland, auf dem Theaterplatz an die Dresdner Verkehrs­betriebe AG, vertreten durch das Vorstandsmitglied Reiner Zieschank, übergeben.
Einsatz auf anspruchsvollen Linien
Vor allem auf den nachfragestarken und dicht getakteten 60er-Linien sollen die Hybridbusse künftig eingesetzt werden. Die Vor­teile der nachhaltigen Technik Hybrid kommen hier am besten zur Geltung. Wechselnde topografische Gegebenheiten, Innenstadt­nähe sowie eine hohe Auslastung sind ideale Bedingungen, um die Praxistauglichkeit der Fahrzeuge unter Beweis zu stellen. Die An­zahl der Hybridfahrzeuge ermöglicht selbst die „sortenreine“ Bele­gung einer kompletten Linie. Ganze Linienabschnitte könnten dann elektrisch befahren werden.
Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid
Bei dem Citaro G BlueTec Hybrid handelt es sich um den bislang einzigen Hybridbus, der 9 km lange Streckenabschnitte rein elektrisch ohne Dieselmotor fahren kann und nahezu geräuschlos an die Halte­stelle kommt. Ohne das erwartete Motorbrummen fährt er nach dem Stopp auf der Linie über mehrere Haltestellen genauso weiter. Den Antrieb übernehmen vier elektrische Radnabenmotoren, die ihren Strom aus einer der weltweit größten Lithium-Ionen-Batte­rien im mobilen Einsatz beziehen. Dieser Strom wird über Brems­vorgänge gewonnen und kann bei Bedarf auch über einen Genera­tor erzeugt werden, der durch einen für diese Fahrzeugklasse vergleichsweise kleinen Dieselmotor angetrieben wird. Experten sprechen bei diesem Konzept von einem seriellen Hybridantrieb.
Hightech in bewährtem Fahrzeugkonzept
Dieses technologisch anspruchsvolle dieselelektrische Hybrid-Konzept ist im bewährten Gelenkzug der weltweit erfolgreichsten Stadtbusfamilie Mercedes‑Benz Citaro realisiert. Äußerlich ist kein Unterschied zum herkömmlichen Dieselbus zu sehen, sieht man vom höheren Dachaufbau für die Batterie ab. Der Unterschied kommt beim Fahren. Fast lautlos und ruckfrei, aber sehr zügig be­schleunigen die vier Elektromotoren den 18 Meter langen Omni­bus. Sie sind radnabennah an der mittleren und der hinteren Achse eingebaut und bringen zusammen 320 kW Antriebsleis­tung, die im Bedarfsfall aus der Batterie und dem dieselmotorisch-betriebenen Generator bereitgestellt werden. Diese Elektromotoren werden aber auch zum Bremsen verwendet. Sie wirken dann wie Generatoren oder der vom Fahrrad her bekannte Dynamo und wandeln die Bremsenergie in elektrischen Strom für die Batterie um. Wenn die Batterie zusätzlichen Bedarf meldet, springt automa­tisch auch der Dieselmotor an, um zusätzlich Strom zu erzeugen. Im Vergleich zu einem reinen Dieselbus ist der Verbrennungsmo­tor insgesamt nur halb so groß, mit nur 450 kg statt 1000 kg und nur 4,8 Liter statt zwölf Liter Hubraum. Seine Leistung liegt mit 160 kW um circa ein Drittel niedriger.
Eine der weltweit größten Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeug
Als Energiespeicher wird im neuen Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid eine Lithium-Ionen-Batterie in einer Leistungs­kategorie verwendet, die es bisher in dieser Größenordnung noch nicht gab. Das Batteriesystem leistet max. 240 kW und ist mit einem Gewicht von weniger als 350 kg vergleichsweise leicht. Wesentliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Batteriesystemen sind die höhere Energiedichte verbunden mit hoher Speicher­kapazität und geringem Eigengewicht. Zum Vergleich: Vor drei Jahrzehnten hatten Erprobungsbusse mit Hybrid-Antrieb in Stuttgart noch 3000 kg Blei-Akkus an Bord.
Lithium-Ionen-Batterien kamen erstmals 1991 kommerziell auf den Markt. Heute nutzt sie fast jeder überall dort, wo es auf hohen Energiebedarf und geringes Gewicht ankommt: Mobiltelefone, Digitalkameras, Camcorder, Notebooks etc. In Großfahrzeugen wie Personenwagen, Lkw und Omnibussen sind sie noch relativ neu. Daimler hat mit Lithium-Ionen-Batterien in Omnibussen schon Erfahrung. Mehr als 1000 der schon auf der Straße befindlichen 3000 Hybridbusse von Orion, eine Marke der Daimler AG in den USA und Weltmarktführer bei Hybridbussen, fahren schon mit Lithium-Ionen-Batterien desselben Herstellers, der auch das Batteriesystem für den neuen Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid liefert. Dieses bringt eine Leistung die etwa der Batterie­leistung von etwa 9.000 großen Laptop-Akkus entspricht.
Nachhaltige Mobilität in Dresden
Über 400.000 Fahrgäste nutzen täglich das Angebot der Dresdner Verkehrsbetriebe. Neben Omnibussen und Straßenbahnen gehören auch Bergbahnen und Fähren zu den Verkehrsleistungen in der sächsischen Landeshauptstadt. Dresdner und Touristen nutzen das Angebot dabei gleichermaßen. Mit dem Omnibusfuhrpark von 145 Fahrzeugen betreibt der Verkehrsbetrieb 29 Buslinien.
Fahrzeugneuanschaffungen wie die aktuelle Hybridflotte bauen – wie auch die gesamte Unternehmenspolitik der Dresdner Ver­kehrsbetriebe AG – auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit auf. Mit der Schaffung eines attraktiven Nahverkehrs möchte der Verkehrsbetrieb direkt zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial tragfähigen Entwicklung der Stadt beitragen. Mit 1.703 Mit­arbeitern und 94 Auszubildenden ist der Verkehrsbetrieb der bedeutendste Arbeitgeber in Dresden.
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