Mercedes-Benz Zetros 2733 A 6x6 im Einsatz als luxuriöses Jagd- und Expeditionsmobil
Stuttgart/Ulaan-Baatar
24.03.2011
  • Das Haubenfahrzeug aus Wörth sorgt mit seinem 6x6-Antrieb für sicheres Durch- und Ankommen abseits befestigter Straßen
  • Zwei Fahrzeuge von zwei befreundeten Unternehmern in der Mongolei für Jagdausflüge gekauft
  • Bad mit Marmorboden und Fußbodenheizung
Stuttgart/Ulaan-Baatar - Der allradgetriebene Mercedes-Benz Zetros ist überall dort, wo höchste Geländegängigkeit und hohe Nutzlasten gefragt sind, in seinem Element. Das Haubenfahrzeug für schweres Gelände taugt aber nicht nur für den Einsatz als geländegängiges Nutzfahrzeug, sondern auch als Basis für Fern­reise- und Expeditionsmobile. Das stellen zwei Mercedes-Benz Zetros 6x6 mit speziellem Auf- und Ausbau unter Beweis, die nach Ulan-Bator, der Landeshauptstadt der Mongolei, jüngst ausgeliefert wurden.
Der Mongole ist freiheitsliebend und schätzt Ausflüge in die abwechslungsreiche Natur seines hochgelegenen Heimatlandes. Kam hier früher praktisch nur das Pferd als Transportmittel in Frage, so entschieden sich zwei befreundete Unternehmer aus Ulan Bator – der eine verfügt unter anderem über eine Brauerei, die Bier nach deutschem Rezept braut, der andere wurde durch Beteiligungen an Kohle- und Kupferminen wohlhabend - für den Zetros als zeitgemäßes wie luxuriöses Transportmittel. Die Freunde machen sich mit ihren einzigartigen Jumbo-Offroadern beispielsweise zu mehrtägigen Ausflügen ins Altai-Gebirge auf, wo sie mit einem Adler Wölfe jagen.
16 Tonnen „Fahrgestelltragfähigkeit“
Als Dreiachser bietet der Zetros bei einem zulässigen Gesamt­gewicht von 25 Tonnen - im Export bis 27 Tonnen - eine Nutzlast (ohne Aufbau – „Fahrgestelltragfähigkeit“) von rund 16 Tonnen. Triebstrang und Chassis des Zetros basieren auf den Baureihen Actros und Axor. Entwickelt wurde er im Werk in Wörth, dort wird er auch gebaut. Unter der Haube des Zetros sitzt in allen Varianten der 7,2 Liter große Reihensechszylinder OM 926 LA mit einer Leistung von 240 kW (326 PS). Er liefert ein beeindruckendes maximales Drehmoment von 1300 Nm von 1200 bis 1600/min. Zwei Getriebevarianten stehen zur Wahl: Standard ist das hydrau­lisch-pneumatisch geschaltete Neunganggetriebe G 131-9 (Acht Vorwärtsgänge + Crawler) mit direkt übersetztem höchsten Gang, optional ist ein sechsstufiges Automatikgetriebe Allison 3000 SP/PR (Vollautomat) zu bekommen. Das Verteilergetriebe VG 1700 für den permanenten Allradantrieb ist seit Jahrzehnten bewährt. Die Geländeübersetzung ist mit 1,690 gut 20 Prozent kürzer aus­geführt als bei den Allradfahrzeugen der Baureihen Actros und Axor (Geländeübersetzung dort 1,403). So sind besonders niedrige Geschwindigkeiten möglich, wichtig etwa bei steilsten Bergab­passagen. Die Zugkraft gegenüber den Straßengängen wird generell um rund 70 Prozent erhöht. Die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse(n) beträgt im Ausgleichs-getriebe 1:3,21 - bei zugeschalteter Differenzialsperre 1:1.
Drei mechanische Differenzialsperren serienmäßig
Serienmäßig wird der Zetros mit drei mechanischen Differenzial­sperren ausgeliefert, die der Fahrer über einen praktischen Dreh­schalter einlegen kann. Der Schalter gibt die sinnvolle Reihenfolge vor, in der die Sperren bei zunehmend schwierigem Gelände ein­zulegen sind: erst längs, dann hinten quer und schließlich vorne quer. Bei den guten Anlagen des Allrad-Haubers ist es kein Wunder, dass die Zetros-Baureihe bei Energieversorgern, in der Exploration sowie bei der Feuerwehren und Rettungsdiensten auf großes Interesse stößt. Denn der Hauber kombiniert höchste Gelände­gängigkeit mit außergewöhnlich gutem Offroad-Fahr­komfort. Diese Vorzüge überzeugen auch private Kunden, die auf der Suche nach einem Basisfahrzeug für Fernreisen abseits befestigter Straßen sind.
So wurden zwei Mercedes-Benz Zetros von Hartmann Spezial­karosserien in Alsfeld (Aufbau) und der Firma Huenerkopf in Neukirchen (Ausbau) individuell nach Kundenwunsch zu Jagd- und Expeditionsmobilen umgebaut.
Als Basisfahrzeug dient dabei je ein Mercedes-Benz Zetros 2733 A mit 6x6-Antrieb (Radstand 5.350 mm) und Standard-Fahrerhaus. Dieses bietet unter anderem eine aufgepolsterte Liege für den Fahrer, eigene Klimaanlage, 24 V Audio-System mit CD-Spieler, CD-Wechsler, Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie einen 7” Touch-Screen mit angeschlossener Rückfahrkamera. Auf dem Fahrerhausdach ist ein Lastträger für Belastung mit bis zu 100 kg Gewicht installiert. Am Dachträger wurden vier Zusatzschein­werfer und ein Doppel-Drucklufthorn montiert, im Kühlergrill verbergen sich vier Flashlights in rot und blau. Am Heck findet sich ein Träger für zwei Reserveräder mit eigenem Lift-System, über das auch aufs Kabinendach Ladung geschafft werden kann. Über die Rückfahrkamera werden zusätzliche Suchscheinwerfer am Heck aktiviert, für sicheres Rangieren in der Nacht. Für ausreichen­de Reichweite abseits der Zivilisation sind Dieseltanks mit 300 und 200 Litern Inhalt verbaut.
Neben widrigen Straßenverhältnissen mussten beim Auf- und Ausbau ganz besonders die speziellen Witterungsverhältnisse in der Wüste, wo die Fahrzeuge zum Einsatz kommen sollen, berück­sichtigt werden. Extreme Temperaturschwankungen verlangen nach besonders guter Isolierung. Alle Innenausbauten wurden so geplant und ausgeführt, dass sie auch starken, im Offroad-Betrieb auftretenden Erschütterungen gewachsen sind. Der Möbelbau ist speziell auf die Nutzung in tropischen und Wüstengebieten ausgerichtet.
Quad in der Heckgarage
Beide Fahrzeuge sind weitgehend identisch aufgebaut, eines der beiden Exemplare verfügt über eine zusätzliche Heckgarage zur Mitnahme eines Quads. Die Luxus-Fernreisemobile sind imposante 10,70 m lang (plus 60 cm beim Modell mit Heckgarage), 2,70 m breit und 4,20 m hoch.
Als Wohnkabine dient ein voll isolierter Sandwich-Aufbau. Dessen Wände, Dach und Boden bestehen aus einteiligen, mit PU-Hart­schaum isolierten und miteinander verklebten Sandwich-Paneelen. Verstärkt wird der Aufbau durch zusätzliche Kantenprofile. Die Wandstärke liegt bei Boden und Decke bei rund 100 mm, die Seitenwände sind rund 50 mm stark. Der komplette Wohnaufbau ist in Farbe des Fahrerhauses lackiert. Der 800 mm breite Eingang zum Wohnbereich (710 x 255 x 200 cm) liegt auf der rechten Fahrzeugseite. Eine integrierte Treppe und Haltegriffe erleichtern den Einstieg, das robuste Sicherheitsschloss mit Dreifach-Ver­schluss lässt sich von innen und außen bedienen. Die Fenster der Wohnkabine sind doppeltverglast, lassen sich allesamt öffnen und sind mit Moskitonetzen und Verdunkelungsrollos ausgestattet.
Luxuriöses Badezimmer mit Marmorboden und Fußbodenheizung
Der Innenraum ist klar in verschiedene Funktionsbereiche gegliedert. Das Schlafzimmer befindet sich im Heck, die bequeme Leder-Sitzgruppe für vier bis sechs Personen in der Front. Oben­drein gibt es ein luxuriöses Badezimmer mit Marmorboden und Fußbodenheizung sowie eine große Küche. Neben dem Schlafzimmer im Heck steht weiterer Übernachtungsplatz im eigent­lichen Wohnbereich zur Verfügung. Der Tisch in der Sitzgruppe lässt sich elektrisch anheben und absenken, bei abgesenktem Tisch entsteht dort ein zusätzliches großes Bett.
Die Küche ist komplett ausgestattet, mit Keramik-Kochfeld, Mikrowelle mit Grill, Kühl- und Gefrierschrank, Bar und Kaffee­maschine. Die Spüle wird mit Warm- und Kaltwasser versorgt, an Bord ist außerdem ein maßgenau eingepasstes Geschirr-Set für acht Personen. Für die Outdoor-Nutzung verfügen die Fahrzeuge über mobile Zweiflamm-Gaskocher mit zwei 11 kg Gasflaschen. Im Sanitärraum gibt es eine abgetrennte Duschkabine, eine WC-Bidet-Kombination, Waschbecken und einen dreiflügeligen Spiegel­schrank.
46“-Flat-Screen Bildschirm
Der Schlafraum ist durch eine Trennwand mit integrierten Flat-Screen TV-Geräten (40” und 46”, je eines in Richtung Schlaf­zimmer und Sitzgruppe) vom Wohnbereich separiert. Dem geplan­ten Einsatz als Jagdfahrzeug entsprechend sind ein Safe für Wert­sachen (400 x 400 x 300 mm) sowie ein Waffenschrank für Jagd­gewehre in den Mobilen fest integriert. Auch für Unterhaltung ist bestens gesorgt. Mit auf die Reise gehen ein SAT-Receiver sowie eine elektrische und sich selbst ausrichtende SAT-Antenne, DVD-CD-Player, MP3-Player, ein Hi-Fi-Sound-System von Bose sowie ein Mac Mini plus W-LAN Router.
Umfassend präsentiert sich auch die Bord-Technik. Sie wird von einem zentralen Schaltschrank mit separat abgesicherten Schalt­kreisen aus gesteuert und überwacht. Ein wassergekühlter Diesel-Generator sorgt für Unabhängigkeit vom Stromnetz, ein Batterie-Set mit vier Akkus mit je 220 Ah puffert die Energie. Geladen werden die Akkus von einem automatischen und mit dem Genera­tor verbundenen Ladegerät oder über die Solaranlage auf dem Dach, die aus zwei Modulen mit je 80 Watt besteht. Alle elektrischen Geräte sind ans bordeigene 230 Volt-System an­geschlossen und werden über einen automatischen 24/230 Volt-Wandler versorgt.
Vom Generator betrieben wird die stufenlose Klimaanlage für den gesamten Aufbau, die für alle Räume getrennt regelbar ist. Zusätz­lich arbeiten in Bad und Küche elektrische Ventilatoren. Für ange­nehme Wärme im Wohnbereich sorgt eine mit Diesel betriebene Kraftstoff-Heizung, die während der Fahrt und im Stand betrieben werden kann.
Für Trink- und Brauchwasser (Dusche, Toilette) gibt es getrennte Wassersysteme mit einem Gesamtvolumen von rund 250 Litern (Volumen des Abwassertanks: Rund 100 Liter), das Trinkwasser durchläuft einen Wasserfilter. Eine separate Pumpe dient zur Füllung des Frischwassertanks von außen, ein 230 V Warm­wasser-Boiler mit 20 Liter Inhalt sorgt für Warmwasser in der Küche und im Bad. Wenn es das Wetter zulässt, kann auch die Außendusche genutzt werden.
Der Mercedes-Benz Zetros stellt – speziell als 6x6 Variante mit sechs angetriebenen Rädern - ein einzigartiges Fahrzeugkonzept dar, das durch höchste Mobilität und hervorragende Traktion besticht.
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