Pressemappe: Die CL-Klasse von Mercedes-Benz
Stuttgart
01.07.2010
Die Baureihe W 188 (1952 bis 1958)
  • Ein repräsentativer Wagen mit sportlicher Note
  • Technisch verwandt mit dem Mercedes-Benz 300
  • Nur 314 Stück werden gebaut
Im Oktober 1951 stellt Daimler-Benz auf dem Automobilsalon Paris den
Mercedes-Benz 300 S vor – einen Monat, bevor die Serienproduktion der 300er Limousine (W 186) anläuft. Damit hat das Unternehmen zwei Spitzenmodelle im Portfolio. Der Typ 300 S ist als besonders repräsentativer Wagen mit sportlicher Note und für allerhöchste Ansprüche an Straßenlage, Sicherheit und Geschwindigkeit positioniert. Dass der Typ 300 S dieser Einstufung gerecht wird, zeigt sich im Urteil der internationalen Fachpresse. Dort wird das neue Modell als „Wagen der Weltelite“ und „Maßstab für das heute im Automobilbau Erreichbare“ bezeichnet. Gelobt werden auch die „traditionellen und in diesem Fall besonders edlen Formen [...] ohne Zuflucht zur Aerodynamik“. Es ist ein kultiviertes Fahrzeug, wie der Originalprospekt weiß: „So ist der Mercedes-Benz Typ 300 S ein Wagen, der nicht nur den sportlichen Fahrer begeistert, sondern es ebensosehr ermöglicht, längste Strecken in kürzester Zeit mit größtmöglicher Schonung von Körper und Nerven zurückzulegen.“ Herausgestellt wird zudem die „ruhige, vornehme Linienführung in ausgesuchter Harmonie mit moderner Gestaltung“.
Technisch basiert der Typ 300 S weitgehend auf der Limousine vom Typ 300 (W 186), hat allerdings ein um 140 Millimeter verkürztes Fahrgestell. Die Motorleistung kann durch Erhöhen der Verdichtung und Bestücken mit nunmehr drei Vergasern auf
110 kW gesteigert werden. Damit ist eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h möglich. Neben der Coupé-Variante wird der Typ 300 S auch als Cabriolet A und als Roadster angeboten. Die Serienproduktion der drei Varianten läuft zwischen Juni und September 1952 an. Insgesamt werden in den kommenden vier Jahren 216 Stück des Mercedes-Benz 300 S Coupés gebaut.
Direkteinspritzung statt Vergaser
Im September 1955 präsentiert Daimler-Benz auf der IAA in Frankfurt/Main zusammen mit der überarbeiteten Limousine Mercedes-Benz 300c auch eine modellgepflegte Version des Typ 300 S. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Hinterachse und den Motor. Das überarbeitete Modell, intern 300 Sc genannt, hat wie die Limousine jetzt eine Eingelenk-Pendelachse mit tiefliegendem Drehpunkt. Die Gemischbildung erfolgt nicht mehr über drei Vergaser, sondern stattdessen durch Direkteinspritzung; bei gleichzeitigem Erhöhen der Verdichtung steigt die Motorleistung auf 129 kW. Im Originalprospekt heißt es: „Die glückliche Verbindung von sportlicher Höchstleistung und Fahrsicherheit mit vollendeter Eleganz und einzigartiger Qualität hat den Mercedes-Benz Typ 300 S schnell zu einem Favoriten im Wettbewerb der internationalen Sonderklasse gemacht. Als erster großer Tourenwagen der Welt wurde er mit einem Einspritzmotor nach dem Vorbild des berühmten Seriensportwagens
Typ 300 SL versehen
.“
Auch die Karosserie zeigt einige Änderungen: Der Typ 300 Sc hat Ausstellscheiben an den Seitenfenstern sowie größere Blinkleuchten vorn und hinten. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind zwei waagerechte, mit Chromstäben verzierte Lüftungsschlitze auf beiden Seiten unterhalb der Motorhaube sowie eine vom vorderen bis zum hinteren Radausschnitt durchgehende Chromleiste. Auf den leistungsstärkeren Motor weist der Chromschriftzug „EINSPRITZMOTOR“ hin, der am Kofferraumdeckel unterhalb des Griffs angebracht ist.
Spezialkoffer als Serienausstattung
Mit all seinen Eigenschaften ist das Fahrzeug ein idealer Reisewagen. Um den geräumigen Kofferraum optimal auszunutzen, werden serienmäßig zwei Spezialkoffer mitgeliefert. Zwei weitere Koffer sind gegen Aufpreis erhältlich, sie finden im Fondraum nach dem Umklappen der Sitzbank Platz und machen auch die ganz große Reise zu zweit möglich.
Trotz technischer und optischer Verbesserungen werden vom Typ 300 Sc Coupé insgesamt nur 98 Stück produziert. Ab Anfang 1957 lässt das Interesse an ihm und auch den Schwestermodellen stark nach, so dass die Produktion des Typ 300 Sc im April 1958 ausläuft. Die Ursache für diese Entwicklung ist sicherlich zu einem gewissen Teil im Erscheinen des Mercedes-Benz 300 SL Roadster zu finden, der wohl für viele potenzielle Kaufinteressenten das attraktivere Angebot darstellt, ist er doch trotz zeitgemäßerem Design und gesteigerten Fahrleistungen immerhin 4000 DM preisgünstiger.
Beide Versionen, 300 S Coupé und 300 Sc Coupé, gehören bei einer Gesamtzahl von 314 hergestellten Fahrzeugen zu den exklusivsten Mercedes-Benz Personenwagen-Modellen der Nachkriegszeit und sind heute, neben dem Typ 300 SL, besonders begehrte Liebhaberfahrzeuge.
Die Baureihe W 188 in der Presse
Road & Track, USA, April 1953, über den Mercedes-Benz 300 S: „Wo auch immer der Mercedes-Benz 300 S nach seinem Debüt auf dem Pariser Salon im Herbst 1951 aufgetaucht ist, hat er ein ruhigen Aufruhr von Enthusiasmus ausgelöst mit seinen niedrigen, geschmeidigen Linien und seiner Art, sich zu ‚bewegen’, selbst wenn er steht.“
Road & Track, USA, Januar 1999, Karl Ludvigsen im Rückblick auf den Mercedes-Benz 300 S: „Diese ‚S’-Modelle waren so außerordentlich, so selten und außergewöhnlich, dass sie selbst mit einer in Italien geschneiderten Karosserie nah an den Herzen der Stuttgarter Ingenieure und Facharbeiter blieben. Sie waren stolz auf das, was sie mit diesem großen Mercedes und seiner Sonderkarosserie erreicht hatten, der letzte Vertreter seiner Art. Ihr Stolz war voll gerechtfertigt.”
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