Die Historie der Mercedes-Benz Konzeptfahrzeuge
Stuttgart
22.08.2011
Frischer Roadster-Wind: Studie SLK I und Studie SLK II
Fakten
  • Fahrzeug 1: Studie SLK I
  • Vorstellung: Frühjahr 1994
  • Ort: Autosalon Turin
  • Fahrzeug 2: Studie SLK II
  • Vorstellung: Herbst 1994
  • Ort: Automobil-Salon Paris
  • Zielsetzung: Sportlicher Roadster mit kompakten Abmessungen und neuartiger Dachkonstruktion
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 4 Zylindern, Heckantrieb,
  • Fünfgang-Schaltgetriebe
Technische Highlights
  • Vario-Dach
    Serieneinführung 1996 im Mercedes-Benz SLK (R 170)
  • Instrumententräger aus Kohlefaser-Material
Die Buchstaben „SL“ stehen seit den 1950er-Jahren bei Mercedes-Benz für eine ganz besondere Fahrzeuggattung: Sportliche („S“) und leichte („L“) Autos, die traditionell vor allem als offene Roadster daherkommen. Die Baureihe hat ihren festen Platz im Modellprogramm.
Im Jahr 1994 ist die Zeit nun reif für einen kompakten SL. Die Studie SLK feiert eine zweigeteilte Premiere: Im Frühjahr wird auf dem Automobilsalon Turin zunächst der offene Roadster im schon sehr seriennahen Design präsentiert, jedoch ohne Dachkonstruktion. Diese sorgt wenige Monate später in einer zweiten Studie SLK auf dem Auto-Salon in Paris für Furore – das elektrohydraulische Vario-Dach verwandelt das Fahrzeug auf Knopfdruck innerhalb von 25 Sekunden vom Cabriolet zum wintertauglichen Coupé – oder umgekehrt. Damit belebt Mercedes-Benz im SLK, der schließlich 1996 als Serienfahrzeug kommt (R 170), als erster Autohersteller ein altes Dachkonzept neu. Es ist so bestechend, dass es mehrere Mitbewerber in den Folgejahren aufgreifen.
Die Studie SLK orientiert sich am markanten Auftritt des großen Bruders SL und schreibt dessen auf Eleganz und Sportlichkeit ausgelegten Stil fort. Das zeigt sich im Design, das in die Zukunft reicht, aber fest verwurzelt ist in der Tradition der Marke Merce­des-Benz. „Ein Design, das sich ausschließlich am Heute, an der aktuellen Moderne orientiert, ist kein Mercedes-Design“, sagt der damalige Chef-Designer Bruno Sacco. Das Gesicht, kurze Überhänge an Front und Heck sowie eine ausgeprägte Keilform machen die Zugehörigkeit zum SL deutlich und sorgen für den Eindruck eines agilen Autos. Formale Eigenständigkeit markiert die Studie SLK durch die kompakten Außenmaße und augenfällige Highlights. Dazu zählt der verkleidete Überrollschutz hinter jedem der beiden Sitze, gleichzeitig eine Reminiszenz an den erfolgreichen Sportwagen 300 SLR von 1955.
Ein Roadster darf puristische Züge zeigen, wie die Designer im Innenraum dokumentieren. Die Studie SLK bietet dort freien Blick auf viel glänzendes Metall – nur 20 Prozent der Oberflächen sind verkleidet; im späteren Serien-SLK ist das natürlich anders. Zentrales Element im Interieur ist ein scheinbar frei im Raum schwebender Instrumententräger aus sehr leichtem Kohlefaser-Material. Zwei Netzablagen darunter dokumentieren das puristische Konzept und sind dennoch funktionell. Die Instrumente sind in Aluminium eingefasst wie auch das Zündschloss, das in eine horizontal schwenkbare Halbkugel eingelassen ist. Aus einer zweiten Aluminium-Halbkugel in der Mittelkonsole ragt der kurze Schalthebel. Purismus und geringes Gewicht – in einem Sportwagen passt das zusammen, und die Designer haben es in der Studie SLK umgesetzt – bis hin zu den gelochten Leichtmetall-Pedalen für Gas, Bremse und Kupplung.
Die zweite Studie SLK zeigt ein anderes Interieur. Entsprechend dem Präsentationsort Paris ist es mit viel edlem Leder eleganter ausgelegt, vorherrschend ist, wie auch bei der Karosserie, die Farbe Blau – eine Verbeugung vor der Gastnation, denn französische Rennwagen sind traditionell blau lackiert. Zu modisch ist der Innenraum damit nicht. „Wir müssen wir bleiben“, sagt der verantwortliche Mercedes-Benz Designer Peter Pfeiffer, „und maßen es uns nicht an, zu Modeschöpfern avancieren zu wollen.“ Die Karosserie der zweiten Studie SLK unterscheidet sich nur in Details von der ersten Studie. Freilich hat sie nun unverkleidete Überrollbügel – und das bereits erwähnte Vario-Dach, das sich auf Knopfdruck in den Kofferraum hineinfaltet.
Konzeptfahrzeuge von Mercedes-Benz sind in der Regel nicht nur fahrfähig, sondern demonstrieren auch den hohen Sicherheitsstandard des Herstellers. Die Studie SLK ist dafür ein Beispiel. Der massive Windschutzscheibenrahmen und Überrollschutz sowie die extrem steife Karosseriestruktur bieten ein Höchstmaß an passivem Insassenschutz. Zur Sicherheitsausstattung gehören unter anderem auch Fullsize-Airbags im Kohlefaser-Lenkrad und für den Beifahrer im Armaturenträger sowie Gurtstraffer. Wie alle Mercedes-Benz hat die Studie SLK ein Antiblockiersystem (ABS).
Die Studie SLK basiert auf einer eigenständigen Fahrzeug-Plattform. Der klassischen Sportwagen-Philosophie folgend überträgt ein Fünfgang-Schaltgetriebe die Kraft des modernen Vierzylinder-Vierventiltriebwerks an die Hinterachse. Hinter den neu gestalteten Fünfspeichen-Leichtmetallrädern liegen innen belüftete Scheibenbremsen mit Vierkolben-Festsätteln.
Sportlich, leicht und faszinierend – das ist die Studie SLK. Sie begeistert Techniker, Marketingleute und vor allen die Kunden gleichermaßen. So kommt der SLK im Jahr 1996 als Serienfahrzeug (R 170), bis Anfang 2004 werden 308.000 Stück des kompakten Roadsters gebaut. Seitdem setzt der neue SLK (R 171) die Erfolgs­geschichte fort.
Ihr Presse-Kontakt
Birgit
Pillkahn
Redaktion & Themenmanagement Mercedes-Benz Classic
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