Denkmalenthüllung in Pforzheim: Erinnerung an die berühmte Fernfahrt von Bertha Benz im Jahr 1888
Stuttgart/Pforzheim
02.05.2008
  • Die erste Fernfahrt des Benz Patent-Motorwagens führte von Mannheim nach Pforzheim und zurück
  • Am 3. Mai 2008 wird die neue Skulptur in der Pforzheimer Innenstadt enthüllt
  • Der Künstler René Dantes erschafft eine Plastik in Anlehnung an das Fahrzeug und die berühmte Frau
Mit ihrer berühmten Fernfahrt vor 120 Jahren verhilft Bertha Benz dem Automobil zum Durchbruch. Im August 1888 fährt sie in dem von ihrem Mann Carl Benz konstruierten Patent-Motorwagen zusammen mit ihren beiden Söhnen rund 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim, ihrer Geburtsstadt. Wenige Tage später geht es zurück nach Mannheim. Abgesehen von kleineren Zwischenfällen funktioniert der Patent-Motorwagen tadellos.
120 Jahre nach dieser Pioniertat enthüllt die Stadt Pforzheim am 3. Mai 2008 um 16 Uhr ein Denkmal zu Ehren von Bertha Benz und der ersten Fernfahrt in der Geschichte des Automobils – Bertha Benz ist am 3. Mai 1849 geboren worden. Die Urenkelin Jutta Benz wird den Feierlichkeiten beiwohnen.
Die Fernfahrt von Bertha Benz war die erste Etappe des Triumphzuges, den das Automobil seitdem rund um die Welt zurücklegt“, sagt Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. „Heute sorgt es in unzähligen Variationen auf allen Kontinenten für die individuelle Mobilität und tägliche Versorgung des Menschen.“
Geschaffen hat die Skulptur der Pforzheimer Künstler René Dantes. Sie symbolisiert Bewegung – denn „diese historische Fahrt von 1888 war nicht nur sehr bewegt, sondern hat bis heute viel bewegt“, wie Dantes sagt. Zugleich sei der Blick der stilisierten Bertha Benz auf dem dreirädrigen Patent-Motorwagen nach vorn gerichtet, so der Künstler. Denn das erste Automobil der Welt habe symbolhaft große Bedeutung auch für die zukünftige Mobilität des Menschen.
Die Skulptur steht in der Pforzheimer Innenstadt an herausragender Stelle auf dem Waisenhausplatz zwischen dem CongressCentrum CCP und dem Stadttheater. Unmittelbar neben dem Standort führt die Zerrennerstraße vorbei, eine Hauptverkehrsader durch die Stadt. Damit steht das Kunstwerk auch nahe der historischen Fahrstrecke von Bertha Benz durch Pforzheim, denn sie demonstrierte auf mehreren Fahrten in der Innenstadt die Funktionsfähigkeit der großen Erfindung.
Am Tag der Enthüllung wird auf dem Waisenhausplatz ein Rahmenprogramm mit diversen Attraktionen für Kinder und Erwachsene veranstaltet. Als Publikumsmagnet zeigt ein Autocorso mit rund 15 Fahrzeugen aus verschiedenen Epochen, darunter einige Mercedes-Benz, 120 Jahre Automobilgeschichte – in umgekehrter Reihenfolge, zurück in die Vergangenheit. Denn als letztes Fahrzeug des Corsos wird ein Patent-Motorwagen auf den Platz fahren.
Eine Skulptur in markanter, dynamischer Formensprache
Die Skulptur zeigt in der markanten Formensprache von Dantes stilisiert einen Benz Patent-Motorwagen und eine darauf sitzende Frauengestalt. Diese beiden Elemente gehen eine Einheit ein, denn „die Pioniertat verbindet untrennbar Bertha Benz und das Automobil“, beschreibt Dantes. Zudem drückt sie Dynamik aus: Die fließenden Formen des Fahrzeugs gehen über in spiralisiert dargestellte Räder, die scheinbar rollen. Aufgrund des Standorts nahe der Straße nimmt der Motorwagen Kontakt mit dem vorbeifließenden Verkehr auf, zugleich wird er Teil des modernen Geschehens. Der stark abstrahierten Frauengestalt auf dem Fahrzeug hat René Dantes eine gewissen Kraft mitgegeben. „Bertha Benz war eine mutige Frau“, sagt er, „ihre Leistung geht aus Kraft und Mut hervor.“ Der Gesamtentwurf dokumentiert eindrucksvoll, wie intensiv sich der Künstler zuvor mit dem Leben und Werk von Bertha Benz beschäftigt hat.
Für das Projekt haben sich Künstler und Motiv gefunden: Der Mensch steht im Mittelpunkt des Schaffens des Pforzheimers René Dantes. In der Tradition des Realismus beschäftigt er sich mit dem menschlichen Körper und gibt ihm mit Hilfe einfacher, abstrakter Elemente eine ausdrucksstarke Gestalt, die sich in einem breit angelegten Werk ausdrückt.
Die Plastik ist vollständig in Edelstahl hergestellt. Der obere Teil – die Frauengestalt – zeigt eine satinierte Oberfläche, während der untere Teil – das Fahrzeug – dunkelbraun patiniert ist, um das Kunstwerk in der Geschichte zu verankern. Es steht auf einem Plateau aus Kopfsteinpflaster, das original aus der Lebenszeit von Bertha Benz stammt. Die Skulptur ist rund 2,40 Meter hoch und 3,40 Meter lang, inklusive Sockel beträgt die Länge vier Meter; damit ist sie größer als ein originaler Benz Patent-Motorwagen, doch solle sie sich „auf dem Platz behaupten und gut sichtbar auch aus der Ferne erfahrbar sein“, erläutert Dantes. Gestiftet hat das Kunstwerk der Verkehrsverein Pforzheim, mit Hilfe und Unterstützung zahlreicher Mitglieder, Persönlichkeiten und Sponsoren der Stadt.
Die Fernfahrt verhilft dem Automobil zum Durchbruch
Mit ihrer berühmten Fernfahrt im August 1888 verhilft Bertha Benz dem Automobil zum Durchbruch. Bereits zwei Jahre alt ist der Patent-Motorwagen, die große Erfindung ihres Mannes Carl Benz, doch der Verkauf läuft nur schleppend. Um die Möglichkeiten und die Zuverlässigkeit des neuartigen Gefährts zu demonstrieren, fährt sie zusammen mit ihren Söhnen Eugen und Richard von Mannheim rund 106 Kilometer in ihre Geburtstadt Pforzheim. Sie startet am frühen Morgen – ohne das Wissen ihres Mannes. In Wiesloch müssen die drei in der Stadtapotheke „Ligroin“, wie das Benzin damals noch genannt wird, nachkaufen. In Bruchsal repariert ein Schmied die Antriebskette. In Bauschlott belegt ein Schuster die Bremsklötze neu mit Leder – und an Carl Benz geht ein erstes Telegramm als Zwischenmeldung. Zwischendurch befreit Bertha Benz mit einer Hutnadel die verstopfte Benzinleitung. Und für die Reparatur der Zündung opfert sie ein Strumpfband. Doch das sind nur kleine Zwischenfälle – ohne größere Schwierigkeiten kommen sie abends wohlbehalten in Pforzheim an, und Carl Benz erhält ein zweites Telegramm mit der Erfolgsmeldung. Drei Tage nach dieser Pionierleistung fahren die drei problemlos wieder nach Mannheim zurück.
Bereits am 2. April 2008 und damit gleichfalls im Jubiläumsjahr ist ebenfalls zu Ehren der berühmten Automobil-Pionierin eine Realschule in Wiesloch unweit der Stadtapotheke in „Bertha-Benz-Schule“ umbenannt worden.
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